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24. August 2017, 11:30 Uhr

Bürgerkrieg in Syrien

Zivilisten geraten in Rakka zwischen die Fronten

Sie werden als menschliche Schutzschilde missbraucht oder auf der Flucht getötet: Immer mehr Menschen werden in der syrischen Stadt Rakka Opfer der von den USA geführten Anti-IS-Offensive.

Internationale Hilfsorganisationen schlagen Alarm: Die Lage der Zivilbevölkerung in der syrischen Stadt Rakka verschlechtert sich weiter dramatisch. "Männer, Frauen und Kinder werden vom sogenannten Islamischen Staat als menschliche Schutzschilde missbraucht und an der Flucht gehindert", sagt René Wildangel von Amnesty International.

Rakka ist seit der Eroberung der irakischen Großstadt Mossul im Juli eine der letzten bedeutenden Hochburgen in den Händen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen schätzt, dass zwischen 18.000 und 25.000 Zivilisten in Rakka eingeschlossen sind. Bereits Anfang August warnte die Uno, es gebe dort mittlerweile das Risiko von Epidemien wie Cholera oder Hepatitis.

Aber auch Einwohnern, die flüchten können, droht der Tod. "Wer entkommen kann, gerät zwischen die Fronten der US-geführten Koalition und der russisch-syrischen Einheiten und muss angesichts von massiven Luftangriffen und Artilleriefeuer um sein Leben fürchten", sagt Wildangel.

Seit vergangener Woche sind nach Angaben von Aktivisten mehr als 170 Zivilisten bei Luftangriffen der von den USA geführten Anti-IS-Koalition in Rakka getötet worden.

dop/dpa

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