Syrien Rebellen bejubeln Eroberung der ersten Großstadt im Osten

Es ist die erste Großstadt in den Händen der Rebellen im Osten Syriens: Die Aufständischen haben Rakka eingenommen - ein "entscheidender Sieg" gegen Assad. Sie zerstörten dabei eine Statue von Baschar al-Assads Vater.


Amman - Es war eine Symbolaktion für den andauernden Widerstand: Rebellen zerstörten in der Stadt Rakka eine Statue von Hafis al-Assad, dem Vater und Amtsvorgänger des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Videoaufnahmen zeigen mehrere Menschen, die auf einer großen Statue herumtrampeln.

Die Aufständischen haben die Provinzhauptstadt Rakka offenbar erobert. Es wäre das erste Mal, dass die Rebellen eine größere Stadt im Osten des Landes eingenommen hätten. Rakka sei erobert, sagte ein Vertreter des oppositionellen Syrischen Nationalrats der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Ein Bewohner bestätigte die Angaben - ebenso wie den Sturz der Statue von Hafis al-Assad.

Die Einnahme Rakkas werde sich als "entscheidender Sieg" im Kampf gegen Assad erweisen, erklärte der Nationalrat. Die Rebellen würden nun über eine Verbindung zwischen den großen bereits eroberten Gebieten im ölreichen Osten Syriens und den ebenfalls von den Aufständischen gehaltenen Regionen im Norden der Provinzen Aleppo und Idlib verfügen.

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Krieg in Syrien: Assads Statue kippt
Der Nationalrat, die Organisation mit Sitz in London, stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten und Medizinern in Syrien. Ihre Angaben können nicht von unabhängiger Seite überprüft werden - auch jene nicht über die Eroberung Rakkas. Ein Polizeichef sei bei dem Angriff ums Leben gekommen, berichten die Beobachter. Zudem seien zwei ranghohe Vertreter der Sicherheitskräfte festgenommen worden.

Rakka ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und liegt am Fluss Euphrat in der Nähe der türkischen Grenze. Vor Beginn des Aufstands gegen Assad vor zwei Jahren zählte sie 240.000 Einwohner. Inzwischen haben in der Stadt mehr als 800.000 Syrer Zuflucht vor Kämpfen in anderen Teilen des Landes gesucht.

Krieg jenseits der Landesgrenzen

Im Nachbarland Irak wurden am Montag bei einem Angriff auf einen Konvoi mit syrischen Soldaten über 50 Menschen getötet. Die Regierung in Bagdad warnte vor dem Überschwappen der syrischen Gewalt auf irakisches Gebiet.

Es war bereits das zweite Mal binnen weniger Tage, dass der Konflikt in Syrien irakisches Gebiet erfasste. Am Samstag waren am Grenzposten Jaarubijeh ein irakischer Soldat getötet sowie drei weitere Menschen verletzt worden. In der Grenzregion wurde am Wochenende auf syrischer Seite heftig gekämpft.

fhu/dpa/AFP/Reuters



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kölschejung72 05.03.2013
1. Ar-Rakkar
ist die Stadt in der sich vor dem Winter etwas 150.000 Flüchtlinge geflohen hatten und die FSA darum gebeten hatten, die Stadt aus humanitären Gründen nicht anzugreifen. Der Spiegel hatte dazu einen Bericht.
Comander 05.03.2013
2. Glückwunsch
damit ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zum endgültigen Sieg getan wurden. das brutale und menschenverachtende Assad- Regime wird bald der Vergangenheit angehören. Nun müssten endlich die Russen begreifen dass sie auf der Verliererseite stehen.
spon-facebook-1045432538 05.03.2013
3. optional
Der Artikel verschweigt, dass es noch während den Feierlichkeiten zu Mörserbeschuss kam. Hierbei gab es Tote und Verletzte. Fraglich ist demnach, wie beständig diese erfolgreiche Einnahme ist oder ob überhaupt schon von einem Erfolg gesprochen werden kann.
KerKaraje 05.03.2013
4. Etwas seltsam..
Zitat von sysopREUTERSEs ist die erste Großstadt in den Händen der Rebellen im Osten Syriens: Die Aufständischen haben eigenen Angaben zufolge Rakka eingenommen - ein "entscheidender Sieg" gegen Assad. Sie zerstörten dabei eine Statue von Baschar al-Assads Vater. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrienkrieg-rebellen-nehmen-offenbar-provinzhauptstadt-rakka-ein-a-886871.html
a) Dass Menschen eine Statue niederreissen hat nicht viel Aussagekraft. Wie wir noch aus Irak wissen waren an der gehypten Niederreissung von Saddams Statue auf dem Firdausplatz keine 500 Mann beteiligt, dadrunter die Mehrheit Milizmänner vom irakischen Pendant zu Syriens Moaz al Khatib, nämlich Ahmad Chalabi. b) "Ein Polizeichef sei bei dem Angriff ums Leben gekommen, berichten die Beobachter. Zudem seien zwei ranghohe Vertreter der Sicherheitskräfte festgenommen worden." ...eine Stadt mit 800.000 Menschen wird eingenommen, und es werden keine 10 Opfer der Armee genannt. Wo sind die üblichen Aufnahmen herumliegender Soldatenleichen, zerstörten Kriegsgeräts und verlassener Kasernen? Wo sind die massenhaft erbeuteten schweren Waffen, die sonst als Kriegsbeute gefeiert und auf Kamera gebannt werden? Das ist so wie so ein Krieg, bei dem beide Seiten sehr viel Negativ-News bezüglich sich selbst einfach auslassen und speziell die Rebellen von Momentaufnahmen leben. Vor wenigen Tagen/Wochen standen die Rebellen angeblich ganz kurz davor, in Aleppo die Oberhand zu gewinnen. Man hatte einen Militärflughafen eingenommen, man hatte eine wichtige Basis unweit des internationalen Flughafens eingenommen, und es wurde behauptet, alle Nachschubwege der Armee seinen nun abgeschnitten. Die Armee könne nun die bisher gehaltenen Gebiete nicht mehr versorgen. So, was wurde nun aus dem unmittelbar bevorstehenden Sieg in Syriens grösster Stadt? Weitere Fragen, die aufkommen: Die Rebellen haben vor Kurzem "weite Teile" der vermeintlich sehr wichtigen Polizeiakademie bei Khan al Assal westlich von Aleppo eingenommen und rückten auch mit Panzern auf das weitläufige Areal. Da sie a) keine Luftunterstützung haben und b) fremdes, gut verteidigtes Terrain betreten und c) die Armee vermeintlich waffentechnisch haushoch überlegen ist, dürften dort diverse Panzer der Rebellen gesprengt worden sein. Aber hört/sieht man auch was davon? Oder tauchen die RPGs und Panzerminen der Armee erst nach verlorenen Schlachten auf, NACHDEM die Rebellen Basen eingenommen haben? Das macht wenig Sinn. Berichte der "SOHR" aus Coventry (und eben nicht London), denenzufolge die Rebellen bei solchen Siegen auch immer deutlich weniger Verluste erleiden sind unrealistisch. Ein gut verbarrikadierter Gegner, der Luftaufklärung besitzt und organisiert ist müsste gegen Milizen ohne schwere Waffen Verluste im Verhältnis von 1:3-4 erleiden, nicht umgekehrt. Fakt ist auch, dass die Al-Nusra Front und Konsorten sicher keine lediglich 3000 bis 10.000 Mann sind, wie man vielfach behauptet, um ihre Rolle innerhalb der FSA kleinzureden. Man kann nicht in Damaskus (nicht nur der Stadt sondern der "Provinz"), Idlib, Deir al Zour, Aleppo, Hasaka und jetzt auch Raqqa kämpfen und ganze Divisionen vertreiben mit nur 10.000 Mann. Deraa, Homs und Hama habe ich bewusst nicht genannt, weil von dort wenig Al-Nusra Präsenz gemeldet wird.
tomex030 05.03.2013
5. Rebellen?
Warum werden eigentlich die islamistischen Terroristen in einigen Blättern noch Rebellen oder Aufständische genannt?
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