Hilfe für Rebellen US-Flieger werfen Munition über Syrien ab

Die USA verstärken ihre Unterstützung für die Rebellen in Syrien: Im Norden des Landes haben sie offenbar 50 Tonnen Munition für die moderaten Rebellen abgeworfen. Dies sei Teil einer Strategie, um den "Islamischen Staat" zu schwächen.

YPG-Mitglieder in Syrien: Verbündete im Kampf gegen den IS, kritisiert von Menschenrechtlern
DPA

YPG-Mitglieder in Syrien: Verbündete im Kampf gegen den IS, kritisiert von Menschenrechtlern


Im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) haben die USA ihren Einsatz verstärkt: Wie nun bekannt wurde, warfen US-Flieger bereits am Sonntag Munition für die gemäßigten Rebellen im Norden Syriens ab. Dies sei Teil einer Strategie, die in der vergangenen Woche vorgestellt wurde, sagte ein Mitarbeiter des US-Militärs. Ziel sei es demnach, die moderaten Rebellen zu stärken, die gegen den IS kämpfen - und gegen die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad.

Nach Angaben von CNN handelt es sich um insgesamt 50 Tonnen Munition für kleinere Waffen, die in 112 Paletten abgeworfen wurden. Sie alle seien von "befreundeten Truppen" gesichert worden, berichtet der Sender unter Berufung auf einen Vertreter des US-Militärs.

Die syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG sind im Kampf gegen den IS der wichtigste Partner der USA. Am Montag haben die YPG und die syrisch-arabische Rebellenmilizen ein neues Bündnis ausgerufen, die "Demokratischen Kräfte Syriens". So soll der Kampf gegen den IS noch wirksamer werden.

Die USA überlegen, die Allianz mit Waffen zu beliefern. Syrische Rebellen berichten, die Regierung in Washington habe bereits Waffenlieferungen versprochen. Das Militär bestätigte bisher allerdings nur, Kämpfer der Opposition aus der Luft versorgt zu haben, im Einsatz war demnach ein Transportflugzeug vom Typ C-17. Über die genauen Empfänger oder die Art der Lieferung gab es keine Angaben.

Kritik an den YPG

Menschenrechtler kritisieren die YPG: Nach Darstellung von Amnesty International haben sie Tausende Zivilisten im Norden des Landes vertrieben und ihre Häuser zerstört. Die Taten verstießen gegen das humanitäre Völkerrecht und liefen auf Kriegsverbrechen hinaus, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag.

Amnesty berief sich dabei auf Gespräche mit 37 Bewohnern der syrischen Provinzen Hassaka und Rakka. Die Milizionäre drohten demnach damit, Luftangriffe der US-geführten Allianz anzufordern, sollten die Häuser nicht aufgegeben werden. Ein YPG-Sprecher wies die Anschuldigungen zurück.

"Anlass zu tiefer Besorgnis"

Die US-geführte Allianz fliegt bereits seit längerer Zeit Luftangriffe in Syrien, um die gemäßigten Rebellen zu unterstützen. Ende September hat sich auch Russland in den Konflikt eingeschaltet: Offiziell gelten die Angriffe aus der Luft den Stellungen des IS in Syrien. Doch alle Indizien weisen darauf hin, dass vor allem die Rebellen das eigentliche Ziel sind - die Regierung in Moskau stärkt damit ihren Verbündeten Assad.

Die EU-Außenminister forderten am Montag von Moskau ein sofortiges Ende der Attacken gegen die moderate Opposition. "Die jüngsten militärischen Angriffe, die nicht auf den 'Islamischen Staat' und andere Terrorgruppen zielen (...), geben Anlass zu tiefer Besorgnis und müssen sofort eingestellt werden", hieß es in einer Erklärung.

Als Reaktion auf die russische Intervention hat am Montagabend der Chef der Nusra-Front, des syrischen Ablegers von al-Qaida, in einer Audiobotschaft dazu aufgerufen, die Attacken auf die Regierung Assads zu verstärken.

aar/Reuters/AP

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