Bürgerkrieg in Syrien Assad lässt Damaskus bombardieren

Die Bomben schlagen nur wenige Kilometer vom Präsidentenpalast entfernt ein: Im Kampf gegen die Aufständischen beschießt Assads Luftwaffe mehrere Stadtteile von Damaskus. Beim Angriff auf eine Moschee im Viertel Jarmuk wurden mindestens 25 Menschen getötet.
Kampfjet der syrischen Armee (Archivbild): 25 Tote bei Angriff auf Jarmuk

Kampfjet der syrischen Armee (Archivbild): 25 Tote bei Angriff auf Jarmuk

Foto: REUTERS/ Shaam News Network

Berlin/Damaskus - Syriens Diktator Baschar al-Assad lässt seine eigene Hauptstadt bombardieren. Am Sonntag feuerten Kampfjets mehrere Geschosse auf die Stadtteile Assali und Jarmuk ab. Nach Angaben von Oppositionellen sind dabei mindestens 25 Menschen getötet worden, die in einer Moschee Schutz gesucht hatten. Videoaufnahmen des Angriffs, die von Regimegegnern ins Internet gestellt wurden, zeigen viele Opfer mit verheerenden Verletzungen. In dem Gebetshaus sollen sich zum Zeitpunkt des Bombardements etwa 600 Menschen aufgehalten haben.

Bis zum Ausbruch der Kämpfe in Syrien war Jarmuk das größte palästinensische Flüchtlingslager des Landes, seither haben in dem Viertel jedoch auch viele Syrer Zuflucht gesucht. Etwa 500.000 Menschen leben in dem Stadtteil im Süden von Damaskus. Nach Angaben von Anwohnern war die Bombardierung vom Sonntag der erste Luftangriff auf Jarmuk seit Beginn des Aufstands gegen Assad im März 2011.

Seit Wochen liefern sich Rebellen in dem Stadtteil Gefechte mit Regierungstruppen sowie palästinensischen Milizionären, die auf Seiten des syrischen Diktators Baschar al-Assad stehen. In den letzten Tagen verstärkten sich die Kämpfe in Jarmuk. Die Palästinenser in Syrien geraten dabei zunehmend zwischen die Fronten. Ein Teil von ihnen hat sich als "Sturmbrigade" den Aufständischen angeschlossen.

Aufständische erobern Stützpunkt im Norden

Derweil berichten Oppositionelle, dass Ahmed Dschibril, Chef der "Volksfront für die Befreiung Palästinas-Generalkommando" (PFLP-GC), sein Hauptquartier in Jarmuk verlassen haben soll. Dschibril und seine Organisation stehen anders als die Hamas, die ihren Sitz in Damaskus längst geräumt hat, loyal an der Seite des syrischen Regimes. Angeblich soll Dschibril mit seinem Sohn in die Küstenstadt Tartus geflohen sein.

Außer Jarmuk soll die Luftwaffe am Sonntag auch weitere Stadtteile und Vororte angegriffen haben. Mehrere Häuser seien dabei zerstört worden. Mit ihrer Offensive wollen die Regierungstruppen die Umgebung der Hauptstadt Damaskus wieder vollständig unter ihre Kontrolle bringen.

Im Norden des Landes hat Assads Armee hingegen einen wichtigen Stützpunkt verloren. Nach tagelanger Belagerung haben islamistische Aufständische die Infanteriebasis Muslimijeh etwa 16 Kilometer nördlich der Millionenstadt Aleppo eingenommen. "100 Soldaten haben wir gefangengenommen, 150 weitere haben sich uns angeschlossen", teilte die aufständische Tauhid-Brigade mit. Nachdem die Armeebasis tagelang von allen Versorgungsrouten abgeschnitten gewesen sei, habe der Hunger die Eingeschlossenen zur Aufgabe bewegt.

syd/Reuters/AFP
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