Krieg in Syrien Opposition grenzt sich von radikalen Islamisten ab

Syriens Exil-Opposition kommt einer lang erwarteten Forderung nach: Die Gegner von Präsident Assad haben sich deutlich von radikalen Islamisten distanziert. Der Uno-Sondergesandte Brahimi traf sich erstmals seit zehn Monaten mit dem syrischen Staatsoberhaupt.
Die syrische Flagge in Aleppo: Exil-Opposition distanziert sich von Islamisten

Die syrische Flagge in Aleppo: Exil-Opposition distanziert sich von Islamisten

Foto: MUZAFFAR SALMAN/ REUTERS

Istanbul/Damaskus - In aller Deutlichkeit hat sich die syrische Exil-Opposition erstmals von radikalen Islamisten unter den Rebellen abgegrenzt. "Neben dem Staatsterrorismus des Assad-Regimes terrorisieren jetzt die Banden der Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien die Bevölkerung", erklärte die Nationale Syrische Allianz am Mittwoch. Die Gruppe steht dem Terrornetzwerk al-Qaida nahe.

Dieser Schritt wurde bereits seit langem gefordert: Westliche Diplomaten hatten in den vergangenen Monaten mehrfach an die Opposition appelliert, sich klarer von radikal-islamistischen Elementen abzugrenzen.

Die Gegner von Präsident Baschar al-Assad verurteilten auch die Zerstörung christlicher Heiligtümer. Radikale Islamisten hatten mehrere Kirchen im Norden des Landes beschädigt. Für Aufregung sorgte zuletzt ein Video, das aus der Provinz Idlib stammen soll. Es zeigt einen Mann mit langem Bart, der eine Statue der Jungfrau Maria zerschmettert - und dabei sagt, "in diesem Land gilt jetzt nur noch das Urteil Allahs".

Zeichen auf Annäherung

Auf Regierungsebene steht derzeit offenbar eine Annäherung an: Erstmals seit zehn Monaten kam der Syrien-Sondergesandte von Vereinten Nationen und Arabischer Liga, Lakhdar Brahimi, am Mittwoch mit dem syrischen Präsidenten zusammen. Das teilten Diplomaten in der Hauptstadt Damaskus mit, und wurde von Journalisten bestätigt, die beobachtet hatten, wie Brahimi vom syrischen Vize-Außenminister Faisal Mokdad abgeholt wurde.

Bei dem Treffen von Assad und Brahimi soll die für Ende November angepeilte Genfer Friedenskonferenz vorbereitet werden, die Vertreter der syrischen Führung und der Rebellen an einen Tisch bringen soll. Die Opposition ist allerdings zunehmend zersplittert. Die Syrische Nationale Koalition, der Dachverband der gemäßigten Opposition, will Anfang November entscheiden, ob sie an der Konferenz teilnimmt.

vek/dpa/AFP
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