Krieg in Syrien Fernsehen zeigt Assad mit iranischem Top-Vermittler

Erstmals seit zwei Wochen zeigt sich Syriens Präsident Assad im Fernsehen. Der Staatssender übertrug Bilder vom Treffen mit dem iranischen Gesandten Dschalili. Die beiden dürften auch die Lage der in Damaskus entführten Iraner diskutieren.
Syriens Präsident Assad (rechts), iranische Unterhändler Dschalili: Treffen in Damaskus

Syriens Präsident Assad (rechts), iranische Unterhändler Dschalili: Treffen in Damaskus

Foto: DPA / SANA

Damaskus - Während der erbitterten Kämpfe um Aleppo hat Syriens Staatschef Baschar al-Assad einen Spitzenvertreter Irans, seines wichtigsten Verbündeten in der Region, empfangen. Das Staatsfernsehen zeigte am Dienstag erstmals seit über zwei Wochen Bilder von Assad, der den iranischen Gesandten Said Dschalili traf.

Dschalili traf in Damaskus mit Assad und Mitgliedern der syrischen Führung zusammen. Assad war zuletzt am 22. Juli im syrischen Fernsehen zu sehen gewesen. Dschalil sagte laut iranischen Medienberichten bei seiner Ankunft: "Die Lösung für den Syrien-Konflikt muss aus Syrien selbst und auf dem Weg des nationalen Dialogs kommen, nicht durch die Intervention äußerer Kräfte."

Dschalili ist ein Vertrauensmann des iranischen Revolutionsführers Ajatollah Ali Chamenei. Unter anderen leitet er die iranische Delegation bei den Atomverhandlungen mit der internationalen Gemeinschaft.

Syrische Rebellen mit islamistischem Hintergrund hatten am letzten Wochenende in Damaskus 48 Iraner verschleppt. Sie unterstellen ihnen, Agenten der iranischen Revolutionsgarden zu sein. Der Iran bestreitet dies vehement und spricht von Pilgern. Die Iraner befinden sich praktisch in Geiselhaft der Einheit der Aufständischen. Wo sie festgehalten werden, ist unbekannt.

Am Montag behaupteten die Geiselnehmer, dass drei der Iraner im Granathagel der Regimestreitkräfte gestorben seien. Weitere Geisel würden erschossen, wenn das Regime den Artilleriebeschuss nicht einstelle.

Im Libanon hatte Dschalil zuvor erklärt, der Konflikt müsse "nach demokratischen Regeln" und "nicht mit Waffenlieferungen und Blutvergießen" beigelegt werden. Den USA warf er vor, die Region durch Waffenlieferungen an die syrischen Aufständischen zu destabilisieren.

Uno zieht Beobachter aus Aleppo ab

Aus der seit Wochen heftig umkämpften nördlichen Millionenstadt Aleppo wurden Gefechte aus den Vierteln Bab Antakia, Asisija, Bab Dschenin und Sabah Bahrat im Zentrum sowie in der Nähe des Justizpalastes im Westen gemeldet. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mitteilte, nahm die Armee auch die Viertel Schaar, Sachur und Katardschi im Osten unter Beschuss.

Kämpfer der Opposition berichteten, die Luftwaffe habe mit Hubschraubern das östliche Viertel Hanano angegriffen. Erstmals gab es den Angaben zufolge Gefechte im nordwestlichen Stadtteil Aschrafijeh, nachdem Rebellen dort einen Armeeposten angriffen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Angesichts der zunehmenden Gewalt in Aleppo zogen die Vereinten Nationen ihre Beobachter aus der Stadt ab. Die rund 20 unbewaffneten Beobachter seien am Wochenende in ihr Hauptquartier in der Hauptstadt Damaskus zurückverlegt worden, sagte eine Uno-Sprecherin in New York.

fab/AFP/dpa
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