Vereinbarung mit Kurden Syrische Regierungstruppen offenbar auf dem Weg zur türkischen Grenze

Nach der Vereinbarung mit der Kurdenverwaltung will das Assad-Regime offenbar möglichst rasch Truppen an der syrisch-türkischen Grenze stationieren. Erste Einheiten wurden nach Medienberichten bereits entsandt.
Kämpfe an der türkisch-syrischen Grenze

Kämpfe an der türkisch-syrischen Grenze

Foto: Anas Alkharboutli/DPA

Die syrische Regierung hat offenbar begonnen, Truppen in die Stadt Tall Tamer an der syrisch-türkischen Grenze zu entsenden. Das berichten syrische Staatsmedien und die Nachrichtenagentur AFP. Laut unbestätigten Meldungen seien Soldaten dort bereits eingerückt.

Vorausgegangen war eine Verständigung zwischen der Regierung in Damaskus und dem von der Kurden-Miliz YPG geführten Rebellenbündnis "Syrian Democratic Forces" (SDF).

Ein führender Vertreter der syrischen Kurden sagte, die "vorläufige militärische Vereinbarung" sei begrenzt auf die Stationierung von Regierungstruppen entlang der Grenze zur Türkei. Politische Fragen würden beide Seiten später diskutieren.

Die kurdische Autonomieverwaltung in der Region beschrieb die Vereinbarung mit Damaskus als Ergebnis einer zunehmend ausweglosen Lage. "In den vergangenen fünf Tagen sind die abscheulichsten Verbrechen gegen unbewaffnete Zivilisten begangen worden", hieß es in einer Mitteilung. Und weiter: "Wir mussten mit der syrischen Regierung verhandeln, die die Aufgabe hat, die Landesgrenzen und die syrische Souveränität zu schützen." Die Regierungstruppen müssten die SDF nun dabei unterstützen, die von der türkischen Armee und von deren verbündeten Milizen eingenommenen Gebiete zu befreien.

Die syrische Armee hatte sich im Zuge des seit 2011 laufenden Bürgerkrieges im Land größtenteils aus dem Nordosten zurückgezogen. Dort hatten vielerorts kurdische Kräfte die Kontrolle übernommen und 2014 eine Selbstverwaltung errichtet. International werden die Autonomiebestrebungen nicht anerkannt, in vielen Orten im Nordosten hat die Assad-Regierung heute faktisch aber keine Macht (mehr dazu lesen Sie hier).

Die Türkei hatte die lang geplante "Operation Friedensquelle" am Mittwoch mit Angriffen auf syrische Orte entlang der gemeinsamen Grenze begonnen. Ankara betrachtet die dortigen Kurdenmilizen als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation.

mho/AFP/Reuters
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