Tadschikistan Präsident baut Riesen-Staudamm

In Tadschikistan ist Energie knapp, ein neues Wasserkraftwerk soll das ändern. Kritik der Nachbarstaaten lässt der Präsident nicht gelten. Stattdessen setzt er sich zu Baubeginn als Baggerfahrer in Szene.

Präsident Rachmon am Steuer
AFP/Tajikistan President Press Office

Präsident Rachmon am Steuer


Tadschikistan hat offiziell mit dem Bau des höchsten Staudamms der Welt begonnen - trotz Kritik seiner zentralasiatischen Nachbarn. Das Wasserkraftwerk Rogun soll die Energieknappheit der früheren Sowjetrepublik lindern.

Nachbar Usbekistan fürchtet, die geplante 335 Meter hohe Talsperre werde das Land von der Wasserversorgung abschneiden und protestiert deshalb gegen den Bau.

Der autoritäre tadschikische Präsident Emomali Rachmon wies Kritik an dem gigantischen Projekt zurück. "Das tadschikische Volk wird seine nachbarlichen Brüder nicht ohne Wasser lassen", sagte Rachmon in der Hauptstadt Duschanbe.

Das Fernsehen zeigte am Sonntag, wie der Staatschef demonstrativ selbst in der Fahrerkanzel einer Planierraupe Geröll zur Seite schob. Er bezeichnete den Baubeginn laut seiner Pressestelle als "Erfolg des Jahres".

Das noch zu Sowjetzeiten geplante 3600-Megawatt-Kraftwerk soll Ende 2018 teilweise in Betrieb gehen. Der italienische Baukonzern Salini Impregilo schätzt die Kosten umgerechnet auf rund 3,6 Milliarden Euro.

In dem Land an der Grenze zu Afghanistan kommt es immer wieder zu Energieknappheit, vor allem im Winter sind Stromabschaltungen üblich. Erst am vergangenen Freitag hatte eine Panne in einem Kraftwerk einen fast dreistündigen Stromausfall in Teilen Tadschikistans verursacht. Das Land mit etwa acht Millionen Einwohnern lebt unter anderem vom Export von Aluminium und Baumwolle. Es hofft, mit dem Wasserkraftwerk auch zum regionalen Stromversorger zu werden.

wbr/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.