Fuhrpark des Präsidenten Tadschikistan empört über Berichte zu gestohlenen Luxusautos

Die Familie des tadschikischen Präsidenten Emomali Rachmon soll gestohlene deutsche Luxuslimousinen fahren. Das behaupten Berliner Behörden. Die Ex-Sowjetrepublik weist die Vorwürfe als "unglaubwürdig" zurück - der Botschafter spricht von einer "Provokation".
Präsident Rachmon: Tadschikistan weist Vorwürfe aus Deutschland zurück

Präsident Rachmon: Tadschikistan weist Vorwürfe aus Deutschland zurück

Foto: MARTTI KAINULAINEN/ AFP

Duschanbe/Berlin - Tadschikistan hat empört auf Berichte reagiert, die Familie des Staatschefs Emomali Rachmon nutze Luxus-Limousinen, die in Deutschland gestohlen worden seien. "Das ist ein Versuch, dem Image Tadschikistans einen Schlag zu verpassen", sagte Außenamtssprecher Abdulfajs Atojew am Freitag. Er betonte aber, dass die Behörden des zentralasiatischen Landes die "unglaubwürdigen" Berichte überprüfen würden.

Die Ermittlungsgruppe "Westwind" der Berliner Kriminalpolizei hatte zahlreiche gestohlene Autos per GPS-Ortung in der autoritären Ex-Sowjetrepublik aufgespürt. Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) und das Auswärtige Amt versuchen seit längerem, die Wagen zurückzubekommen, wie eine Sprecherin des Senators sagte. Sie bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung.

Da die tadschikischen Behörden auf ein Rechtshilfeersuchen nicht reagiert hatten, wandte sich Heilmann bereits im Mai dieses Jahres an den damaligen Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP).

Vergebliche Rechtshilfeersuchen

Der tadschikische Botschafter in Berlin, Imomudin Sattorov, sprach in einem Radiointerview von einer "Provokation". Es sei verwunderlich, dass diese angeblich gestohlenen Wagen nicht bereits auf ihrem Weg durch mindestens fünf andere Staaten sichergestellt worden seien, sagte der Diplomat dem tadschikischen Dienst von Radio Liberty (RFE/RL). Er warf den deutschen Behörden vor, ihre Kollegen nicht informiert zu haben.

Die Berliner Justiz hatte nach eigenen Angaben bereits 2011 und 2012 sogenannte Rechtshilfeersuchen an die Behörden in Tadschikistan gestellt. Berlin bat um Unterstützung und das Beschlagnahmen der Autos. Mehr als Dokumente und Abschriften von Zeugenaussagen kamen in Deutschland aber nicht an.

Tadschikistan war dem Uno-Abkommen gegen grenzüberschreitende organisierte Kriminalität von 2009 beigetreten.

heb/dpa
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