Taliban-Führer Pakistan und Afghanistan erklären Mullah Omar für tot

Er führte die Taliban im Krieg gegen die USA, jetzt wird sein Tod gemeldet: Afghanischen und pakistanischen Angaben zufolge soll Mullah Omar bereits vor zwei oder drei Jahren gestorben sein.
Taliban-Chef Omar: Seit Jahren gesucht

Taliban-Chef Omar: Seit Jahren gesucht

Foto: Ho/ dpa

Die USA jagen ihn seit Jahren vergeblich. Dabei ist der afghanische Taliban-Chef Mullah Omar offenbar bereits nicht mehr am Leben. Nach afghanischen und pakistanischen Angaben ist der gesuchte Terrorist schon vor zwei oder drei Jahren gestorben. Mullah Omar führte die afghanischen Taliban 2001 an im Krieg gegen die USA. Seither war sein Aufenthaltsort unklar. Die USA hatten ein Kopfgeld von zehn Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt.

Dem Vernehmen nach wurde Mullah Omar Opfer eines Streits mit der "Afghanischen Islamischen Bewegung 'Fidai-e Mahaz'", einer Splittergruppe der Taliban. Deren Kommandeure Mullah Akhtar Mohammad Mansour und Gul Agha sollen Mullah Omar vor zwei Jahren, im Juli 2013, getötet haben, heißt es aus pakistanischen Regierungskreisen. Qari Hamza, ein Sprecher der Splittergruppe, bestätigte Medienberichten zufolge diese Angabe.

Über die Person Mullah Omar ist wenig bekannt. Er trat so gut wie nie öffentlich in Erscheinung, und es gab nur sehr wenige Bilder von ihm. Der Mann, der von 1996 bis zum Einmarsch der alliierten Truppen unter Führung der USA im Oktober 2001 de facto der Staatschef von Afghanistan war, blieb ein Mysterium.

Im Kampf das rechte Auge verloren

Im April hatten die Taliban eine Biografie über den Anführer veröffentlicht. Demnach wurde Omar 1960 in der Provinz Kandahar im Süden Afghanistans geboren. Den Angaben zufolge habe er wegen des Einmarsches sowjetischer Truppen 1979 sein Studium beendet und wurde dann zum Gotteskrieger. Während der Kämpfe gegen die Russen habe Omar sein rechtes Auge verloren. 1996 wurde er zum Amir al-Muminin berufen, dem "Herrscher der Gläubigen".

Omars Tod war in den vergangenen Jahren schon mehrfach gemeldet worden. Mal hatte es geheißen, Omar sei in den pakistanischen Stammesgebieten Opfer einer US-Drohne geworden, dann wieder soll er in der pakistanischen Metropole einer Krankheit erlegen sein, die Rede war von Hepatitis B. Die Taliban hatten diese Meldungen stets dementiert. Diesmal sei eine "längere Erklärung in Vorbereitung", hieß es.

Einige Fragen sind noch offen: So war erst vergangene Woche, zum islamischen Eid-Fest, eine Erklärung Mullah Omars veröffentlicht worden. Darin bezeichnete er die Friedensverhandlungen zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung als legitim. Die ersten direkten Gespräche zwischen den Extremisten und der afghanischen Regierung hatten am 15. Juli in Pakistan begonnen. Womöglich wurde die Erklärung also nur von anderen Taliban-Vertretern verfasst.

kaz/kev/AFP
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