Mullah Omar Taliban-Gründer lebte offenbar nahe US-Basis in Afghanistan

Die USA vermuteten ihn in Pakistan. Nun behauptet eine Studie, dass der langjährige Taliban-Führer Mullah Omar zuletzt in Afghanistan lebte. Für Washington und Kabul wäre das äußerst peinlich.
Foto von Mullah Omar - Archivbild

Foto von Mullah Omar - Archivbild

Foto: AFP/ Afghan Taliban

Taliban-Gründer Mullah Omar könnte bis zu seinem Tod im Jahr 2013 nahe einer US-Basis im einem abgelegenen Bezirk in der Provinz Sabul gelebt haben. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des New Yorker Zomia Centers. Ein Taliban-Sprecher bestätigte dies auf Twitter. Er veröffentlichte Bilder, die das ehemalige Versteck des Taliban-Führers zeigen sollen.

In Afghanistan wird die Studie breit diskutiert. Vertreter der afghanischen Regierung haben die Ergebnisse zurückgewiesen.

Das Zomia Center stützt sich auf Interviews mit bisher nicht zugänglichen Quellen. Sie widerspricht der lang vertretenen Theorie der amerikanischen Behörden, Omar habe in Pakistan gelebt.

Angeblich in Pakistan gestorben

Die US-Experten waren davon ausgegangen, dass Omar nach Pakistan geflohen war, nachdem die Taliban nach den Terroranschlägen von 2001 in New York und Washington von den USA und Verbündeten militärisch von der Macht in Kabul vertrieben worden waren. Die Taliban hatten den Qaida-Chef Osama bin Laden beherbergt. Von 1996 bis 2001 beherrschten sie Afghanistan.

Der afghanische Geheimdienst hatte 2015 erklärt, Mullah Omar sei in einem Krankenhaus im südpakistanischen Karatschi gestorben. Präsidentensprecher Harun Chachansuri schrieb auf Twitter, das Studienergebnis sei eine "wahnhafte Behauptung". Die afghanische Regierung habe ausreichend Beweise, die belegten, dass Omar in Pakistan gelebt habe und dort auch gestorben sei.

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Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid bestritt auf Twitter, dass Omar sich in Pakistan aufgehalten habe. Eines der veröffentlichten Bilder zeigt den Eingang zu einem typischen afghanischen Lehmhaus. Laut Mudschahid soll Mullah Omar in dem kleinen Rosengarten Sonnenbäder genommen haben. Weitere Details wolle man in Kürze in einem Buch veröffentlichen.

höh/dpa
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