Vereinigte Arabische Emirate Iran empört über US-Kampfjets vor der eigenen Haustür

Die USA stationieren Tarnkappen-Kampfjets nur etwa 300 Kilometer vom iranischen Festland entfernt. In Teheran ist man darüber empört. Irans Führung warnt, die arabische Welt solle sich lieber um ihre eigene Sicherheit kümmern.

F-22-Tarnkappenjets: Iran erbost über Stationierung in Vereinigten Arabischen Emiraten
REUTERS/ USAF

F-22-Tarnkappenjets: Iran erbost über Stationierung in Vereinigten Arabischen Emiraten


Teheran - Irans Regierung hat empört auf Berichte reagiert, wonach die USA F-22-Kampfjets in den Vereinigten Arabischen Emiraten stationieren. Dieser Schritt gefährde die Sicherheit in der Region, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Am Vortag hatte Verteidigungsminister Ahmad Wahadi die Stationierung als "schädlich und nutzlos" kritisiert. Iran und die Emirate streiten unter anderem über eine Inselgruppe im Golf. Ein Besuch von Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad auf einer der Inseln am 11. April hatte für zusätzliche Spannungen gesorgt.

Eine Sprecherin der US-Luftwaffe hatte am Montag die Stationierung einer nicht genannten Zahl der hochmodernen Kampfjets vom Typ F-22 "Raptor" in der Region bestätigt. Sie sprach aber lediglich von "Südwestasien". Aus informierten Kreisen in Washington hieß es, die Kampfjets seien auf den Luftwaffenstützpunkt Al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten entsendet worden. Der Stützpunkt liegt etwa 300 Kilometer vom iranischen Festland entfernt. Das Pentagon ließ erklären, die Stationierung sei nicht als Drohgebärde an Teheran zu verstehen. Die USA hatten im Dezember auch den milliardenschweren Verkauf von Raketenabwehrgeschützen und Radaranlagen an die Emirate angekündigt.

In US-Militärkreisen wird die Stationierung der hochmodernen Kampfflugzeuge durchaus als Signal an Iran interpretiert. Das Fachblatt "Aviation Week" zitiert einen ungenannten Vertreter der US-Rüstungsbranche mit den Worten: "Die F-22 ist anders als jedes andere Kampfflugzeug, und das wissen unsere Freunde und potentiellen Gegner. Als wir F-22-Jets in Guam und Japan stationiert haben, wurde jeder in Asien und dem Pazifikraum aufmerksam."

Entsprechend irritiert reagierte man in Teheran. "Wir sind dagegen und raten auch unseren Nachbarstaaten, diesen Truppen keine Basis in der Region zu ermöglichen", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ramin Mehmanparast. "Eine kollektive regionale Zusammenarbeit wäre für die Länder (am Persischen Golf) eine bessere Alternative für ihre Sicherheit, als dies mit ausländischen Mitteln realisieren zu wollen", sagte er weiter.

cis/AFP/dpa

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