Aufstand in Afrika Tausende Rebellen fliehen vom Kongo nach Uganda

Nach ihrer militärischen Niederlage gegen die Armee haben rund 1500 Kämpfer der M-23-Miliz die Flucht angetreten. Sie haben sich vom Kongo aus nach Uganda abgesetzt. Die Regierung in Kinshasa sprach von einem "vollständigen Sieg" über die Aufständischen.

Feier zum Sieg der Regierung: Die M-23-Rebellen sind in die Flucht geschlagen
REUTERS

Feier zum Sieg der Regierung: Die M-23-Rebellen sind in die Flucht geschlagen


Kampala - Bewaffnet oder unbewaffnet haben sich über 1700 Rebellen ergeben: Vier Tage nach der Kapitulation der M-23-Bewegung im Kongo gaben die Kämpfer im Nachbarland Uganda auf. "Insgesamt sind 1.768 Kämpfer zu uns gekommen", sagte der Vize-Sprecher des ugandischen Militärs, Robert Ngabirano. 107 liefen bereits am Dienstag über, am Mittwoch waren es dann 1661.

Einige Flüchtlinge benötigten im Militärcamp medizinische Hilfe, schildert Ngabirano: "Einige sind verletzt und andere einfach hungrig und erschöpft." Nach der geplanten Unterzeichnung eines Friedensabkommens mit der kongolesischen Regierung sollten die M-23-Mitglieder voraussichtlich wieder in die Armee ihrer Heimat integriert werden, sagte Ngabirano. "Wir tragen unseren Teil dazu bei."

Zum Verbleib des M-23-Anführers Sultani Makenga gibt es widersprüchliche Aussagen: Während der Sprecher des ugandischen Militärs Ngabirano Berichte dementierte, wonach der Militärchef der M23 ebenfalls nach Uganda geflohen sei, teilte der ugandische Armeesprecher Paddy Ankunda das Gegenteil mit: Zu dem M-23-Kontingent zähle der 39-jährige Makenga. Er sagte jedoch nicht, ob der Anführer seine Waffen niederlegte und möglicherweise festgenommen wurde, oder ob er sich weiter frei bewegen kann.

"Vollständiger Sieg" über die Aufständischen

Die M-23-Bewegung hatte sich im April 2012 formiert, nachdem die Regierung angeblich ein zuvor getroffenes Friedensabkommen nicht eingehalten hatte. Blutige Kämpfe im Osten des rohstoffreichen Landes schlugen seither mindestens 100.000 Menschen in die Flucht. Nach rund anderthalb Jahren des bewaffneten Kampfes gegen die Armee hatten sich die Rebellen am Dienstag geschlagen gegeben. Direkt unterstützt wurde die Armee seit Montag von UN-Soldaten. Die Regierung in Kinshasa sprach von einem "vollständigen Sieg" über die Aufständischen.

Kongo und die Vereinten Nationen werfen den Nachbarländern Uganda und Ruanda vor, die M-23-Miliz zu unterstützen, was beide Staaten zurückweisen. In Uganda begannen im vergangenen Dezember zwar Friedensverhandlungen. Diese wurden aber immer wieder unterbrochen.

vek/dpa/AFP

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Bad_Species 08.11.2013
1. Schön wär's
Die ethnischenn sozialen und politischen Grundprobleme im Ostkongo sind sich gelöst, dass heißt in ein paar Monaten geht das ganze wieder von vorne los, wie in den letzten 30 Jahren.
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