Tea Party Michele Bachmann gewinnt Testwahl in Iowa

Die Testwahl in Iowa war ein Signal dafür, wen sich die Republikaner als Präsidentschaftskandidaten wünschen - und Michele Bachmann ging als Siegerin hervor. Die erzkonservative Tea-Party-Politikerin hatte allerdings Glück, ein Favorit trat nicht an.

Michele Bachmann in Iowa: "Der erste Schritt, das Weiße Haus zurückzuerobern"
AP

Michele Bachmann in Iowa: "Der erste Schritt, das Weiße Haus zurückzuerobern"


Ames/USA - Es ist ein Sieg, der keine Wahl entscheidet - aber eine große Symbolkraft hat: Die Kongressabgeordnete Michele Bachmann hat die Probeabstimmung der Republikanischen Partei im US-Staat Iowa gewonnen. Von den abgegebenen 17.000 Stimmen entfielen 28 Prozent oder 4823 Stimmen auf die Favoritin der Tea-Party-Bewegung. Mit knappem Abstand folgte der Abgeordnete Ron Paul aus Texas, der als intellektueller Pate der Bewegung gilt. Einen klaren Rückschlag erlitt Tim Pawlenty: Der frühere Gouverneur von Minnesota landete mit etwa halb so viel Stimmen auf Platz drei.

"Dies ist der erste Schritt, das Weiße Haus zurückzugewinnen", sagte Bachmann nach ihrem Sieg. Die Abstimmung gab einen ersten Hinweis darauf, wen sich die Anhänger der Republikaner als Präsidentschaftskandidat ihrer Partei wünschen. Neun Kandidaten standen auf den Abstimmungszetteln. Allerdings hatte Mitt Romney, der bisherige Spitzenreiter im Republikaner-Feld und Ex-Gouverneur von Massachusetts, schon vor Wochen klargestellt, dass er sich nicht aktiv an der Testwahl beteiligen wolle - trotzdem erhielt er bei der Abstimmung 567 Stimmen.

Der texanische Gouverneur Rick Perry erzielte einen Achtungserfolg. Er hatte erst wenige Stunden zuvor seinen Hut als Präsidentschaftsbewerber in den Ring geworfen, wollte aber wie Romney ebenfalls nicht an der Abstimmung in Iowa teilnehmen. Dennoch setzten 718 Wähler den Namen Perrys auf ihren Zettel. "Ich kandidiere um das Präsidentenamt, und ich glaube, ich werde gewinnen", sagte Perry während einer Telefonkonferenz mit republikanischen Parteianhängern im US-Staat South Carolina.

Perry will am Sonntag auf der Landwirtschaftsmesse in Iowa auftreten. In dem US-Bundesstaat findet im Februar die erste offizielle Vorwahl der Republikaner für den Gegenkandidaten für Präsident Barack Obama bei der großen Wahl im kommenden Jahr. An der Testwahl konnte jeder Bewohner des Bundesstaates teilnehmen, der älter als 18 Jahre ist.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hatte gestanden, dass Mitt Romney auf eine Präsidentschaftskandidatur verzichtet. Das ist nicht korrekt. Der Ex-Gouverneur von Massachusetts beteiligte sich lediglich nicht an der Testwahl in Iowa. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

yes/dapd/Reuters

insgesamt 212 Beiträge
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Seite 1
ratxi 14.08.2011
1. Autsch
Zitat von sysopDie Testwahl in Iowa*war ein Signal dafür, wen sich die Republikaner als Präsidentschaftskandidaten wünschen - und Michele Bachmann ging als*Siegerin hervor. Die erzkonservative Tea-Party-Politikerin hatte*allerdings Glück:*Ein Favorit war zuvor abgesprungen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,780135,00.html
Das muss man sich mal vorstellen: Eine Michele Bachmann als mächtigste Person der Welt...
fourchette 14.08.2011
2. Tea-Party
Diese Möchtegern-Patarioten der Tea-Party merken es nicht aber, wenn sie tatsächlich erfolgreich sein sollten, werden sie jede Menge Gelegenheit erhalten, die USA in den Abgrund zu schicken. Diese Erzkonservativen sind gegenüber dem Staat und staatlichen Handeln grundsätzlich feindlich eingestellt und predigen den Neoliberalismus (die FDP lässt grüßen) in Reinkultur. Eine staatliche Krankenversicherung ist für die Tea-Party Bewegung schon Kommunismus. Die Schmierenkomödie, die sich die Tea-Party-Anhänger bei der Schuldenobergrenze erlaubt haben, dürfte doch allen die Augen geöffnet haben. Sie haben Obama an einem Nasenring durch die Arena geführt und ein wiederliches Triumphgeheul angestimmt, als sie sich letztendlich mit vielen ihrer Forderungen durchsetzten. Dass Amerika kurz vor der Katastrophe stand und wohl auch gegenwärtig noch steht, war diesen "Patriote" egal. Das Einnahmeproblem des amerikanischen Haushalt ist jedenfalls nicht gelöst und wird auch nicht gelöst werden, es sei denn, die Steuern werden erhöht, was mit den Konservativen nicht zu machen ist. Und nur mal zur Erinnerung: Clinten hat einen Haushalt mit Überschuss übergeben. G. W. Bush war der erste Präsident, der gleichzeitig Krieg führte und Steuern senkte! Armes Amerika! Die Zeiten als Großmacht dürften dank Tea-Party ja wohl bald vorbei sein!
Rubeanus 14.08.2011
3. Ron Paul
Ron Paul ist nicht der "intellektuelle Pate" der Tea-Party, auch wenn das bei Wikipedia steht. Er ist ein Libertärer (diese politische Richtung gibt es in Deutschland nicht) bzw. ein "constitutionalist" (auch etwas spezifisch amerikanisches). Außenpolitisch vertritt er einen strikt isolationistischen Kurs, so lehnt er den Krieg gegen den Terror, Irakkrieg, Afghanistankrieg, Libyenkrieg durchweg ab. Er ist für den Rückzug der USA aus der NATO (und aus der UN). Er war sogar dagegen, Osama bin Laden zu töten.
Gani, 14.08.2011
4. Auch gut
Je geistig verwirrter der GOP Kandidat, desto sicherer ist die Wiederwahl Obamas.
Rodelkoenig 14.08.2011
5. Angelt nicht ohne Angelschein!
Naja, also wenn diese Barbie wirklich Präsidentin wird, wird das wohl wirtschaftliche und politische Ende der USA bedeuten, falls die USA noch so lange durchhalten. Und wenn der wirtschaftliche Niedergang der USA kommt, ist auch die Äre des ungehemmten Kapitalismus vorbei. Denn dann kann die ganze Welt auf ein Land schauen, das mal die größte und mächtigste politische und wirtschaftliche Macht der Welt war ... und schließlich vom selbstgeschaffenen, ungehemmten Finanzkapitalismus zu Grunde gerichtet und zu einer Wirtschaftsmacht zweiter Klasse degradiert wurde ... im schlimmsten Falle. Im besten Falle werden es die Amerikaner schaffen, den ungehemmten Marktradikalismus zu überwinden und ihre wirtschaftliche Stärke zu erhalten. So oder so. Der ungehemmte Finanzkapitalismus wird dann nicht mehr existieren. Viele Grüße
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