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13. September 2010, 08:48 Uhr

Tea-Party-Movement

Tausende demonstrieren gegen Präsident Obama

"Der amerikanische Traum stirbt": Mit drastischen Slogans haben in mehreren amerikanischen Städten Tausende Anhänger der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung gegen US-Präsident Obama demonstriert. Sie fordern Obamas Absetzung.

Sacramento - Sie sind gegen die US-Gesundheitsreform, gegen staatliche Anreize für die Wirtschaft - und gegen die US-Regierung als solches: Gut sieben Wochen vor den Kongresswahlen in den USA hat die konservative Rechte mit Massenkundgebungen in mehreren Städten ihrem Unmut über Präsident Barack Obama Luft gemacht.

4000 Mitglieder der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung kamen am Sonntag in Sacramento zusammen. Mehrere tausend Demonstranten marschierten in Washington vom Monument zum Kapitol. Sie warfen Präsident Obama sozialistische Wirtschaftspolitik vor. Auf einem Banner setzten die Demonstranten Marx, Lenin und Trotzky mit dem US-Präsidenten gleich.

Den Veranstaltern zufolge sollte mit den Kundgebungen in Sacramento, Washington und St. Louis ein Gefühl der Einheit heraufbeschworen werden. Die USA hätten den Respekt der Welt verloren und seien pleite, sagte der republikanische Kongressabgeordnete Mike Pence bei der Demonstration in Washington. "Der amerikanische Traum stirbt und unser soziales und kulturelles Gefüge zerfällt."

"Wir sind die ganz normale durchschnittliche Familie, die zur Kirche geht, die die Mehrheit des Volkes repräsentiert und wir sind bereit die Regierung abzusetzen", sagte ein Teilnehmer in Kalifornien.

Die Tea-Party-Bewegung hat angesichts einer Arbeitslosenquote von knapp zehn Prozent und dem größten Abschwung seit der Großen Depression in den dreißiger Jahren derzeit gute Aussichten, zumindest im Repräsentantenhaus die Mehrheit zu erobern.

anr/DAPD

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