Buhrufe auf Parteitag Cruz verweigert Trump demonstrativ die Unterstützung

Donald Trump ist offiziell Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner, doch sein einstiger Rivale Ted Cruz will ihn noch immer nicht unterstützen. Bei seiner Rede auf dem Parteitag erntete der Senator nun Buhrufe.
Ted Cruz in Cleveland

Ted Cruz in Cleveland

Foto: Carolyn Kaster/ AP

Er wäre selbst gerne der nächste US-Präsident geworden: Ted Cruz, Senator aus Texas, hatte im Vorwahlkampf der republikanischen Partei lange durchgehalten und erbittert versucht, sich gegen seinen Rivalen Donald Trump durchzusetzen. Am Ende ohne Erfolg: Cruz stieg aus dem Rennen aus, Trump ist seit Dienstag der offizielle Präsidentschaftskandidat der Partei.

Auf dem Konvent in Cleveland war es nun an Cruz, eine Rede vor seinen Parteikollegen zu halten. Er sprach über die Einheit und die Zukunft des Landes, es ging auch um Kritik an Hillary Clinton. Viel wichtiger war aber, was Cruz nicht sagte: Mit keinem Wort erwähnte er, dass er Trump offiziell unterstütze.

Auch nicht, nachdem er ausdrücklich dazu aufgefordert wurde: "Unterstütz Trump! Unterstütz Trump!", riefen die Anhänger des umstrittenen Milliardärs. Und Cruz antwortete: "Ich weiß den Enthusiasmus der New Yorker Delegation zu schätzen."

Cruz appellierte an die Wähler, im November ihrem Gewissen zu folgen. "Stimmt für den Kandidaten, dem ihr vertraut, dass er unsere Freiheiten verteidigen und die Verfassung respektieren wird", sagte er. Cruz wird als möglicher Präsidentschaftskandidat für 2020 gehandelt, sollte Trump gegen Clinton verlieren.

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Im Saal waren zwar Cruz-Anhänger vertreten, sie hielten Schilder mit seinem Namen in die Höhe. Doch zu hören waren vor allem die Trump-Unterstützer: Sie buhten Cruz nach seiner Rede lautstark aus.

Die Ehefrau des Senators, Heidi Cruz, musste offenbar aus Sicherheitsgründen aus der Halle begleitet werden. Das sagte unter anderem der Republikaner Ken Cuccinelli der Nachrichtenagentur Reuters. Cuccinelli gehört zum Anti-Trump-Lager innerhalb der Partei.

Trump selbst schrieb bei Twitter , Cruz sei "von der Bühne gebuht" worden und habe sich "nicht an sein Versprechen gehalten". Schon zwei Stunden zuvor habe er die Rede des Senators gekannt, ihn aber "trotzdem reden lassen. Keine große Sache". Trump war gegen Ende von Cruz' Auftritt in den Saal gekommen, er hörte gemeinsam mit seiner Familie zu. Der Ausdruck auf den Gesichtern war deutlich:

Foto: WIN MCNAMEE/ AFP

Im Vorfeld der Rede hatte es in Cleveland und Hollywood Protestaktionen gegen Trump gegeben: Kritisiert wurde dabei vor allem seine Einwanderungspolitik und seine Forderung nach einer Mauer an der Grenze zu Mexiko (hier lesen Sie mehr über die Anti-Mauer-Aktionen).

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aar/Reuters/AP
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