Teheran Iranische Studenten demonstrieren gegen Ahmadinedschad

"Lieber sterben als unterdrückt werden" lautet eine ihrer Parolen: Mehrere hundert Studenten der Universität Teheran haben gegen den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad demonstriert. Sie fordern mehr Meinungsfreiheit und die Freilassung inhaftierter Kommilitonen.

Teheran - "Was wir wollen, ist eine Universität ohne Kontrolle durch die Regierung sowie das Recht, auch Professoren mit anderen Standpunkten zu hören", sagte ein Sprecher der Studenten bei der Demonstration, die heute auf dem Gelände der Universität Teheran abgehalten wurde. Wie die Nachrichtenagentur der iranischen Studenten, Isna, berichtet, verglichen die Demonstranten ihren Präsidenten mit dem früheren chilenischen Diktator Augusto Pinochet.

Die mehrstündige Kundgebung verlief ohne Zwischenfälle - allerdings wurde sie von mehreren hundert Polizisten in voller Kampfausrüstung beobachtet und überwacht. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete jedoch, einige Demonstranten hätten Steine in Richtung der Polizei geworfen.

Die Studenten forderten auch die Freilassung inhaftierter Kommilitonen. In den vergangenen Tagen waren mehrere Personen festgenommen worden, denen nach Angaben des Geheimdienst-Ministeriums die Vorbereitung einer illegalen Versammlung an der Hochschule vorgeworfen wird.

Bei ihrem Protest trugen die Studenten Transparente mit Parolen wie "Lebe frei oder sterbe", "Kein Krieg, kein Faschismus" und "Die Frauen müssen ihr über eigenes Schicksal entscheiden, nicht der Staat".

Bereits 1999 hatte es im Iran landesweite Studentenproteste gegeben, die jedoch gewaltsam niedergeschlagen wurden. In den vergangenen Jahren kam es nur noch selten zu Demonstrationen an den Hochschulen. Im vergangenen Monat hatten sich jedoch schon einmal Studenten an der Universität versammelt, um gegen die Verhaftung von drei Kommilitonen zu demonstrieren.

bor/dpa/Reuters