Teheran Iranische Studenten protestieren gegen Ahmadinedschad

Tumulte an der Teheraner Universität: Dutzende regierungskritische iranische Studenten haben mit "Tod dem Diktator"-Rufen gegen einen Auftritt von Präsident Ahmadinedschad protestiert - es kam zu Rangeleien mit regierungstreuen Kommilitonen.


Teheran - Sie waren in der Minderheit, aber trotzdem verschafften sie sich Gehör: Dutzende liberale Studenten haben vor einer Rede von Mahmud Ahmadinedschad an der Teheraner Universität gegen den iranischen Präsidenten demonstriert. "Tod dem Diktator", skandierten Dutzende Hochschüler.

Irans Präsident Ahmadinedschad: Von regimekritischen Studenten als "Diktator" bezeichnet
DPA

Irans Präsident Ahmadinedschad: Von regimekritischen Studenten als "Diktator" bezeichnet

Augenzeugenberichten zufolge wurden die Regierungskritiker von regimetreuen Kommilitonen bedrängt und attackiert. "Revolutionspräsident, wir unterstützen dich" riefen die Hardliner.

Studenten berichteten, dass einige Kritiker gefangen genommen oder von Seminaren an der Universität ausgeschlossen wurden.

Einige Hochschüler verlangten heute die Freilassung von Kommilitonen. Die Ahmadinedschad-Anhänger forderten ihrerseits Regierungskritiker auf, die Universität zu verlassen.

Liberale Studenten und Professoren werfen Ahmadinedschad vor, Kritik an den Universitäten zu unterdrücken. Die Regierung betont jedoch, Meinungsfreiheit und konstruktive Opposition zu unterstützen.

Ahmadinedschad soll an der Universität von Teheran eine Rede zum Semesterbeginn halten. Eine für vergangene Woche geplante Rede auf demselben Campus war mit der Begründung verschoben worden, dass sich der Präsident nicht wohlfühle.

Im Dezember hatten Studenten eine Rede des Präsidenten an einer anderen Universität gestört, indem sie Bilder von Ahmadinedschad verbrannten und Knallkörper warfen.

hen/Reuters



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