Teheran Mutmaßlicher iranischer Atomforscher ermordet

Bei einem Attentat in Teheran ist ein Physik-Professor getötet worden. Er soll ein Mitarbeiter des staatlichen Atomprogramms gewesen sein - seine Frau musste mit Verletzungen ins Krankenhaus.


Teheran - In Teheran ist Medienberichten zufolge ein iranischer Naturwissenschaftler ermordet worden. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Isna meldete, bei dem Opfer handle es sich um einen 35-jährigen Physik-Professor, der in das iranische Atomprogramm involviert gewesen sei. Er sei vor seinem Haus in der Hauptstadt getötet worden, seine Frau sei verletzt ins Krankenhaus gebracht worden.

Die amtliche Nachrichtenagentur Irna berichtete ebenfalls von der Bluttat, nannte aber keine Einzelheiten. Laut der den Hardlinern in Iran nahestehende Website javanonline.ir waren die Täter auf einem Motorrad unterwegs.

In den vergangenen Jahren wurden mehrere iranische Atomwissenschaftler umgebracht. Die Regierung hat für die Anschläge die USA und Israel verantwortlich gemacht, die Teheran der Entwicklung eines geheimen Atomwaffenprogramms verdächtigen.

Neue Hinweise verhärten diesen Verdacht: Nach Angaben einer Oppositionsgruppe hat Iran seine unterschiedlichen Atomforschungen in einer neuen Verteidigungsbehörde zusammengeführt, um die Entwicklung von Nuklearwaffen gezielter voranzutreiben. Die Behörde sei bereits im März gegründet worden, teilte die Gruppe Mudschaheddin-e Chalk (MEK) mit. Ein ehemaliger Atominspektor hatte am Freitag erklärt, er habe ähnliche Berichte gehört.

Die neue Behörde stehe unter der Führung des Physikers Moshen Fakhrizadeh, der seit langem verdächtigt wird, das geheime Atomprogramm des Iran zu leiten, erklärte ein MEK-Sprecher. Gegen ihn wurden in der Vergangenheit bereits Sanktionen durch den Uno-Sicherheitsrat verhängt.

sto/dapd/Reuters



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