Teheran Selbstmordattentat auf britische Botschaft?

Ein mit Benzinkanistern beladener Kleinlaster hat am Montagabend eine Wand der britischen Botschaft in der iranischen Hauptstadt Teheran gerammt.


Teheran - Das Fahrzeug ging in Flammen auf. Bei dem getöteten Fahrer handelte es sich nach Angaben von iranischen Sicherheitskräften um einen 35-jährigen Angestellten des Energieministeriums. Vom Botschaftspersonal sei niemand verletzt worden, hieß es bei CNN.

Zeugen beschreiben den Vorfall als geplante Attacke auf das Botschaftsgebäude. Der Kleinlaster fuhr etwa einen Meter vom Haupteingang der Botschaft entfernt auf die Mauer und explodierte. Ein Augenzeuge sagte, wenn das Fahrzeug versehentlich von der Straße abgekommen wäre, wäre es mit den Metallabsperrungen kollidiert. Dass der Wagen bis zur Mauer gekommen sei, "lässt es wie einen Selbstmordanschlag aussehen". Auf der Ladefläche des Fahrzeugs habe sich zusätzliches Öl und Benzin befunden, sagte zudem Ali Taala, Sicherheitschef von Teheran, nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA.

Dennoch erklärte der britische Innenminister David Blunkett dem Rundfunksender BBC, derzeit gebe es keine Beweise für einen Terrorakt. Ein Sprecher der iranischen Regierung sagte, er glaube nicht, dass es sich um einen Angriff handele.

Erst am Freitag hatten jedoch aufgebrachte Demonstranten Steine in die Fenster der Botschaft geworfen. Die Menschenmenge wandte sich gegen den Krieg in Irak, an dem auch britische Truppen beteiligt sind.



© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.