Anschlag in Tel Aviv Polizist soll Attentäter bei sich aufgenommen haben

Einer der Attentäter von Tel Aviv soll ausgerechnet bei einem Polizisten Schutz gefunden haben. Laut einem Medienbericht erkannte dieser aber seinen Fehler bald - und nahm den Mann fest.

Polizisten am Tatort in Tel Aviv
AFP

Polizisten am Tatort in Tel Aviv


Ein israelischer Polizist soll einem Zeitungsbericht zufolge einen der palästinensischen Attentäter von Tel Aviv irrtümlich für einen Zivilisten auf der Flucht gehalten und bei sich zu Hause aufgenommen haben.

Zwei Angreifer hatten am Mittwochabend im Tel Aviver Ausgehviertel Sarona wahllos um sich geschossen und vier Israelis getötet sowie fünf weitere Menschen verletzt. Hunderte Zivilisten ergriffen die Flucht, darunter der Polizist außer Dienst, seine Frau und seine Schwiegereltern, wie die Zeitung "Jediot Aharonot" berichtet.

Die Frau sagte der Zeitung, als sie nach Hause gerannt seien und die Tür aufschlossen hätten, sei ein Mann in einem engen schwarzen Anzug mit Krawatte bei ihm gewesen. Er habe nach Wasser verlangt, und sie hätten ihn hereingelassen. Der Polizist griff sich dann seine Waffe und kehrte zum Tatort zurück. Dort sah er einen weiteren Mann in einem ganz ähnlichen Anzug - es war einer der beiden Attentäter, mit schweren Schussverletzungen.

Der Polizist erkannte dem Bericht zufolge sofort den Zusammenhang, rannte nach Hause und nahm dort den zweiten Attentäter fest. Seine Frau Ofri sagte der Zeitung: "Mein Mann kam mit gezogener Waffe herein, griff sich den Terroristen, warf ihn zu Boden und legte ihm Handschellen an." Die Polizei wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren und verwies auf eine Nachrichtensperre zu dem Fall.

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Israel: Attentat im Herzen von Tel Aviv

cte/AFP

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