Gewalt in Israel Erneut Ausschreitungen auf dem Jerusalemer Tempelberg

Die Lage rund um den Tempelberg in Jerusalem beruhigt sich nicht: Polizei und Demonstranten haben sich neue Kämpfe geliefert. Auch in der Altstadt feuerten Sicherheitskräfte Blendgranaten und Tränengas ab.

Palästinenser bei den Ausschreitungen am 2. November: Nun gab es wieder Gewalt
REUTERS

Palästinenser bei den Ausschreitungen am 2. November: Nun gab es wieder Gewalt


Jerusalem - Zwischen israelischer Polizei und Demonstranten ist es in Jerusalem wieder zu Ausschreitungen gekommen. Am Mittwochmorgen drangen Sicherheitskräfte am Tempelberg auf das Gelände der Aksa-Moschee vor, um Dutzende Vermummte auseinanderzutreiben, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Beamten seien mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen worden und hätten die Demonstranten schließlich in die Moschee gedrängt. Auch jüdische Aktivisten hätten versucht, auf den Tempelberg zu gelangen, berichtete die Nachrichtenseite "Times of Israel". Nach Beruhigung der Lage sei der Tempelberg wieder für Besucher geöffnet worden.

Im Anschluss kam es auch zu Ausschreitungen in der Jerusalemer Altstadt, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Nahe einem Stadttor hätten Polizisten Blendgranaten und Tränengas auf eine aufgebrachte Menge abgefeuert. Unter den Menschen hätten sich auch zahlreiche Kinder befunden, die zur Schule wollten.

Der Tempelberg ist die drittheiligste Stätte des Islam nach Mekka und Medina. Das Judentum verehrt ihn als seinen wichtigsten heiligen Ort. Die Klagemauer, ein hoher Wall an der Westseite des Plateaus, dient heute als zentrale Gebetsstätte, denn aus Sicherheitsgründen dürfen Juden und andere nicht muslimische Besucher den Tempelberg zwar betreten, aber dort nicht beten.

Seit Wochen kommt es am Tempelberg immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Vergangene Woche war das Gelände erstmals seit Jahren abgeriegelt worden, nachdem der Tempelberg-Aktivist Jehuda Glick angeschossen worden war - er trat dafür ein, dass auch Juden auf dem Tempelberg beten dürfen. Der mutmaßliche palästinensische Schütze war daraufhin von der Polizei getötet worden. Die Unruhen nähren Befürchtungen, es könne zu einer neuen Intifada kommen.

mia/dpa/AFP



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