Terror-Abwehr Raketenschutz für Truppentransporter

Die USA wollen den Transport von Truppen in die Golfregion sicherer machen. Die Regierung reagiert damit auf Erkenntnisse der Geheimdienste, wonach Anschläge gegen gecharterte Passagiermaschinen geplant waren.


Washington - Die Truppentransporte sollen vor möglichen Terrorangriffen mit schultergestützten Raketen geschützt werden. Die "Washington Post" meldet, dass eine Arbeitsgruppe bereits Pläne für ein Raketenabwehrsystem prüfe. Auch sei beabsichtigt, Polizeidienststellen in Flughafennähe in erhöhte Alarmbereitschaft zu versetzen.

Mehr als 90 Prozent der Soldaten werden nach Angaben des Pentagon mit gecharterten Zivilflugzeugen in den Golf transportiert. Kürzlich war der Start und die Route eine der Passagiermaschinen geändert worden, weil es Hinweise auf einen geplanten Anschlag von Terroristen gab.

Ende November waren auf dem internationalen Flughafen der kenianischen Hafenstadt Mombasa Raketen auf ein israelisches Flugzeug abgefeuert worden. Sie verfehlten die Maschine knapp. Auch der Versuch, US-Militärmaschinen am Prinz Sultan-Stützpunkt in Saudi-Arabien mit schultergestützten Raketen abzuschießen, misslang. Ermittler machten Osama Bin Ladens Terrornetzwerk al-Qaida für die Anschläge verantwortlich.

Um die Flugzeuge vor möglichen Anschlägen zu schützen, schwebt den Behörden ferner vor, die Startzeiten der Maschinen nach israelischem Muster jeden Tag zu variieren. Am sichersten sei jedoch eine Raketenabwehr direkt auf den Flugzeugen. Bei den bereits auf dem Markt angebotenen Systemen werden Raketen, die die aus den Triebwerken strömende Hitze als Zielmarker nutzen, durch andere Hitzeausstöße abgelenkt.

Die finanziell angeschlagenen zivilen US-Luftfahrtgesellschaften haben bereits gefordert, dass etwaige Schutzsysteme von der Regierung bezahlt werden. Experten schätzen die Kosten auf mehrere Milliarden Dollar. "Die Menschen zu schützen und die Nation zu verteidigen, ist Aufgabe der Bundesregierung", zitiert die Zeitung Michael Wascom, den Sprecher des Fluglinienverbands "Air Transport Association".



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