Terror-Alarm in Texas 35 Fläschchen mit Beulenpest-Erreger aus Labor verschwunden

Aus einem Medizinlabor einer Technischen Universität in Texas sind Behältnisse verschwunden, in denen sich möglicherweise Erreger der Beulenpest befinden. Das FBI ermittelt. Der Fall wird als so schwerwiegend eingestuft, dass US-Präsident George W. Bush informiert wurde.


Hamburg - Die amerikanische Bundespolizei FBI bestätigte, dass mehrere Reagenzgläschen aus dem Labor im texanischen Lubbock verschwunden sind. Frank Morrison, Abgeordneter in Lubbock, sagte laut "CNN", es sei noch verfrüht, festzustellen, dass die fehlenden Gläschen gestohlen worden seien. Morrison bestätigte jedoch, dass 35 Behältnisse mit den Beulenpest-Erregern verschwunden sind.

"Es ist ein gravierender Vorfall", sagte Morrison, die Bevölkerung solle sich davon jedoch nicht "terrorisieren" lassen. Offenbar ist der Vorfall so ernst zu nehmen, dass Präsident Bush informiert wurde.

Die Informationslage ist noch relativ diffus. Während Morrison davon ausgeht, dass sich in allen fehlenden Gläsern die Beulenpest-Erreger befinden, sprechen andere Quellen davon, dass es noch nicht ganz klar sei, ob in allen der 35 Röhrchen die gefährlichen Erreger sind.

Ein FBI-Sprecher sagte in Washington, seine Behörde untersuche den Fall noch.

Die Beulenpest ist eine von vier Formen der Pest. Sie bricht innerhalb von zwei bis zehn Tagen nach einer Infektion aus. Sie führt zu schmerzhaften Entzündungen der Lymphknoten. Bei einem Viertel bis zur Hälfte der Erkrankten endet die Infektion tödlich.

Im Mittelalter fielen in Europa Millionen Menschen der Beulenpest zum Opfer. Sie wurde hauptsächlich durch Bisse von Flöhen übertragen, die auf Ratten lebten.



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