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10. Oktober 2019, 03:29 Uhr

"Terror-Beatles"

USA übernehmen IS-Kämpfer von Kurdenmilizen in Syrien

Nach dem türkischen Einmarsch in Nordsyrien ist ungewiss, ob die Kurden dort die Kontrolle über IS-Gefangene gewährleisten können. Nun haben die USA Dutzende Personen übernommen, darunter zwei für ihre Brutalität berüchtigte Briten.

Das US-Militär hat angesichts des türkischen Einmarschs in Nordsyrien mehrere Dutzend Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) aus den Händen der Kurdenmilizen übernommen. Darunter seien die für ihre Brutalität berüchtigten Briten Alexanda Kotey und El Schafi Elscheich, wie die "Washington Post" und die "New York Times" berichten.

Die beiden Männer sollen nun den Angaben zufolge in den Irak gebracht werden. Kotey und Elscheich wird vorgeworfen, an der Enthauptung von Geiseln beteiligt gewesen zu sein und zu einer IS-Zelle gehört zu haben, die wegen ihrer Herkunft und ihres britischen Akzents auch "The Beatles" oder "Terror-Beatles" genannt wurde.

Die beiden Briten waren nach Angaben des US-Militärs im Januar vergangenen Jahres gefangen genommen worden. Sie wurden danach den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) übergeben, einem US-Verbündeten. Bislang wurden gefangene IS-Kämpfer in Nordsyrien von SDF-Kräften bewacht. Weil die sich nun aber auf den Kampf gegen die türkischen Streitkräfte konzentrieren dürften, ist unklar, ob sie die Kontrolle über IS-Gefangene gewährleisten können.

US-Präsident Donald Trump hatte dem türkischen Einmarsch am Mittwoch mit dem Rückzug von US-Truppen aus dem syrischen Grenzgebiet zur Türkei den Weg geebnet.

Trump sagte am Mittwoch im Weißen Haus, die USA hätten wegen des türkischen Einmarschs einige der gefährlichsten IS-Kämpfer in ihre Obhut genommen und "herausgebracht".

Die "Washington Post" berichtete, es handle sich um knapp 40 Personen. Sie alle zählen demnach zu einer Gruppe von besonders hochrangigen IS-Kämpfern. Mit der Übernahme wollten die USA verhindern, dass die Gefangenen im Zuge der türkischen Offensive fliehen können. Laut "New York Times" bewachen die Kurdenmilizen etwa 11.000 gefangene IS-Kämpfer.

Trump kritisierte erneut, dass sich europäische Staaten wie Deutschland und Frankreich geweigert hätten, eigene Staatsbürger zurückzunehmen, die als IS-Kämpfer in Syrien gefangen genommen worden waren. Er deutete an, dass diese Kämpfer "nach Europa fliehen" würden, falls sie freikommen sollten.

Zu den vier "Terror-Beatles" zählte neben Kotey und Elscheich auch der als "Dschihadi John" bekannt gewordene Extremist Mohamed Emwasi, der 2015 bei einem Luftangriff getötet wurde. Das vierte Mitglied der Gruppe, Aine Davis, wurde im Mai 2017 in der Türkei wegen Terrorvorwürfen verurteilt.

Die Zelle enthauptete nach Angaben des US-Außenministeriums mehr als zwei Dutzend Geiseln und folterte viele weitere. Zu ihren Opfern zählen die Journalisten James Foley und Steven Sotloff sowie die Entwicklungshelfer Peter Kassig, David Haines und Alan Henning. Videos der Enthauptungen, bei denen die Gefangenen in orangefarbene Overalls gekleidet waren, lösten 2014 weltweit Entsetzen aus.

aar/dpa

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