Terror-Bekämpfung Fehler beim FBI

FBI-Chef Robert Mueller hat eingeräumt, dass die amerikanische Bundespolizei vor den Anschlägen vom 11. September verfügbare Informationen nicht so ausgewertet hat, wie man es hätte tun können. Nun sollen durchgreifende Reformen das FBI für die Terror-Bekämpfung fit machen.


FBI-Hauptquartier in Washington: Aktiver und aggressiver
AP

FBI-Hauptquartier in Washington: Aktiver und aggressiver

Washington - Bisher hat sich das FBI vor allem um die Bekämpfung von Drogenringen und das Organisierte Verbrechen gekümmert. Jetzt legte Mueller eine Prioritätenliste mit zehn Punkten vor. Ganz oben steht nun der Schutz der USA vor terroristischen Angriffen.

Bei der Vorstellung der Reformen sagte der FBI-Chef, mit den Anschlägen vom 11. September sei klarer denn je geworden, dass die Arbeit des FBI fundamental geändert werden müsse.

Mueller wies Vorwürfe zurück, dass FBI hätte die Anschläge auf das World Trade Center und das US-Verteidigungsministerium, bei dem etwa 3000 Menschen starben, verhindern können. Allerdings seien vor dem Anschlag nicht alle verfügbaren Informationen optimal ausgewertet worden. Mueller selbst hatte nur eine Woche vor den Anschlägen den Chefsessel beim FBI übernommen.

FBI-Chef Mueller hier mit US-Justizminister John Ashcroft
AP

FBI-Chef Mueller hier mit US-Justizminister John Ashcroft

Mueller sagte, vom Hauptquartier des FBI werde man nun aktiv und aggressiv gegen den Terrorismus vorgehen. Dafür bedürfe es einer entsprechender analytischer Kapazitäten. Informations-Schnipsel müssten besser zusammengefügt werden.

Nach den von Mueller vorgestellten Plänen soll die Zahl der FBI-Agenten und anderer Mitarbeiter mit Schwerpunkt Terrorismus-Abwehr von 2178 auf 3718 aufgestockt werden. Hierfür werden 480 FBI-Beamte aus anderen Bereichen wie etwa der Drogenbekämpfung abgezogen. Neu geschaffen werden soll ein Analyse-Büro, das von einem Mitarbeiter des Geheimdienstes CIA geleitet werden soll. Der CIA wird zudem 25 Experten an das FBI ausleihen, um die analytischen Kapazitäten zu stärken. Vor allem an vorausschauender Analyse - einem Frühwarnsystem - habe es gemangelt, sagte Mueller.



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