Terror Düstere Drohungen gegen Berlusconi

Mit drastischen Worten hat eine dem Terrornetzwerk al-Qaida nahe stehende Gruppe den Angriff auf Europa angekündigt. Ganze Städte werde man zerstören, Wasserfälle aus Blut erzeugen. Erstes Ziel der Attacken sei der italienische Ministerpräsident Berlusconi.




Todesdrohungen gegen Silvio Berlusconi
REUTERS

Todesdrohungen gegen Silvio Berlusconi

Hamburg - In einer der Drohungen, die auf einer islamistischen Website veröffentlicht wurden und mit dem Namen "Abu Hafis al-Masri-Brigaden" unterschrieben sind, wird der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi direkt angesprochen: "Wir werden die Städte Europas erschüttern, und wir werden mit dir anfangen, Berlusconi, und wir werden es blutig machen, bis du auf den richtigen Pfad zurückkehrst. Warte auf uns, Berlusconi, und auch deine anderen Verbündeten, wartet auf unsere Versprechen, die wir dir offenbart haben, und die wir nun Europa kundtun."

Die Terror-Ankündigung kommt wenige Tage nachdem ein "Waffenstillstandsangebot" von Osama Bin Laden verstrichen ist. Am 15. April hatte der al-Qaida-Chef eine Botschaft an die Regierungschefs Europas gesandt, in der diese aufgefordert wurden, ihre Truppen aus Afghanistan und dem Irak innerhalb von drei Monaten abzuziehen. Sollten sie dies tun, werde Europa von Terror verschont werden. Europas Regierungschefs hatten auf Bin Ladens Angebot nicht reagiert.

Nun habe man den Krieg begonnen, man werde "Wasserfälle aus Blut" verursachen und nicht eher aufhören, bis die Länder Europas den Forderungen Bin Ladens zustimmten, heißt es auf der Seite weiter. Darauf werden immer wieder extremistische Stellungnahmen veröffentlicht, deren Authentizität sich allerdings nur schwer nachweisen lässt.

Die unterzeichnenden "Abu Hafis al-Masri-Brigaden" hatten bereits am Montag einen Anschlag in Italien angekündigt, sollte Berlusconi die italienischen Truppen im Irak belassen. Zuvor hieß es, man werde ein Blutbad ähnlich dem des 11. September 2001 in New York veranstalten.

Amerikanische Sicherheitsbeamte und Terrorismusexperten halten die Masri-Brigaden, die die Verantwortung für die Anschläge von Madrid am 11. März mit 191 Toten übernommen hatten, für wenig glaubwürdig. Auch seien die Verbindungen der Organisation zu Bin Ladens al-Qaida eher lose.



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