Terror-Entwarnung in Texas Fläschchen mit Pest-Erreger keine Gefahr für die Öffentlichkeit

Der Schreck saß tief, US-Präsident George W. Bush wurde sofort informiert. Aus einem Medizinlabor einer Universität in Texas seien Behältnisse verschwunden, in denen sich möglicherweise Erreger der Beulenpest befinden, teilte das FBI am Mittwochnachmittag mit. Wenige Stunden später kam die Entwarnung: Der Verbleib aller Fläschchen sei geklärt, für die Öffentlichkeit bestehe keine Gefahr.


Hamburg - Die amerikanische Bundespolizei FBI hatte zuvor bestätigt, dass mehrere Reagenzgläschen aus dem Labor im texanischen Lubbock verschwunden waren. Frank Morrison, Abgeordneter in Lubbock, hatte laut "CNN" erklärt, es sei noch verfrüht, festzustellen, dass die fehlenden Gläschen gestohlen worden seien. Es handele sich jedoch um einen "gravierenden Vorfall".

Kurz nach 21.00 MEZ trat dann FBI-Sprecher Lupe Gonzales vor die Mikrofone und gab Entwarnung. "Wir haben eine Erklärung für den Verbleib der fehlenden Fläschchen", sagte er und fügte hinzu: "Wir haben festgestellt, dass für die öffentliche Sicherheit keine Gefahr besteht." Die polizeiliche Untersuchung dauere allerdings an. Gonzales wollte sich nicht dazu äußern, ob die verschwundenen Fläschchen gefunden worden seien. Er sagte lediglich, dass es keine Verhaftungen gegeben habe.

Die Beulenpest ist eine von vier Formen der Pest. Sie bricht innerhalb von zwei bis zehn Tagen nach einer Infektion aus. Sie führt zu schmerzhaften Entzündungen der Lymphknoten. Bei einem Viertel bis zur Hälfte der Erkrankten endet die Infektion tödlich.

Im Mittelalter fielen in Europa Millionen Menschen der Beulenpest zum Opfer. Sie wurde hauptsächlich durch Bisse von Flöhen übertragen, die auf Ratten lebten.



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