Terror Großbritannien stoppt auch Frachtflüge aus Somalia

Wegen des Fundes zweier Paketbomben unterband Großbritannien zunächst Frachtflüge aus dem Jemen - jetzt stoppt die Regierung auch entsprechende Maschinen aus Somalia. Der Grund: mögliche Terrorkontakte.

DPA

London - Großbritannien hat am Montag nach einer Sitzung eines nationalen Sicherheitskomitees weitere Schutzmaßnahmen gegen terroristische Angriffe ergriffen. So sollte ab Mitternacht keine unbeaufsichtigte Luftfracht mehr aus Somalia ins Land gelassen werden. Innenministerin Theresa May begründete den Schritt am Montag mit einem "möglichen Kontakt" zwischen dem im Jemen ansässigen Arm des Terrornetzwerks al-Qaida und "terroristischer" Gruppierungen in Somalia.

Für den Jemen existiert diese Beschränkung bereits. Druckerpatronen mit mehr als 500 Gramm Fassungsvermögen sind im Handgepäck künftig bis auf weiteres verboten, gab May bekannt. Als Frachtgut sind sie nur noch erlaubt, wenn sie von ausgewiesenen Absendern stammen.

"Wir befinden uns in einem ständigen Wettbewerb mit den Terroristen. Sie versuchen ständig, einen Weg zu finden, unsere Sicherheitsschranken zu umgehen", sagte May im britischen Unterhaus. Zuvor hatte bereits Premierminister David Cameron mit drastischen Worten dem internationalen Terror den Kampf angesagt. "Wir müssen das Krebsgeschwür des Terrorismus, das auf der arabischen Halbinsel existiert, auslöschen", erklärte er.

Bei den Fluggesellschaften stießen die Sicherheitsbestimmungen auf ein unterschiedliches Echo. Der Vorstandschef von Ryanair, Michael O'Leary, forderte dazu auf, "den gesunden Menschenverstand" walten zu lassen. "Unsere Passagiere führen keine Druckerpatronen mit sich", sagte er. Mike Carrivick vom Luftverkehrsverband BAR UK, der 80 britische Fluggesellschaften vertritt, sicherte der Regierung dagegen Unterstützung und Kooperation zu.

Am Freitag waren in Dubai und auf dem britischen East-Midlands-Airport nahe Nottingham zwei Pakete mit Sprengstoff gefunden worden. Der explosive Inhalt mit Bestimmungsort Chicago in den USA war in Druckerpatronen versteckt. Die Behörden hatten die Bomben gefunden, nachdem der saudische Geheimdienst einen Tipp bekommen hatte.

hen/AFP/dpa

zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.