Terror im Irak Al-Qaida droht mit weiteren Anschlägen auf Christen

Nur wenige Tage nach dem tödlichen Anschlag auf Katholiken im Irak hat ein Ableger des Terrornetzwerkes al-Qaida weitere Attacken angekündigt. Die Extremisten drohten ein "tötendes Schwert" an. Regierungen in aller Welt fordern rasche Bemühungen um politische Stabilität in dem Land.
Irakische Sicherheitskräfte vor Kirche in Basra: Sorge vor weiteren Anschlägen

Irakische Sicherheitskräfte vor Kirche in Basra: Sorge vor weiteren Anschlägen

Foto: Nabil al-Jurani/ AP

al-Qaida

Irak

Bagdad - Das blutige Geiseldrama in einer katholischen Kirche in Bagdad hat weltweit für Entsetzen gesorgt. Nun droht die Terrororganisation mit weiteren Angriffen auf Christen im . Das "tötende Schwert" werde nicht weggelegt, kündigte der Qaida-Ableger "Islamischer Staat Irak" auf einer Webseite an.

Die Gruppe gilt als Drahtzieher des Angriffs auf eine katholische Kirche am Sonntag. Dabei waren 58 Menschen gestorben. Ein mit Sprengstoffwesten und Granaten bewaffnetes Kommando war während des Gottesdienstes in die Kirche in Bagdad eingedrungen und hatte die dort etwa hundert versammelten Gläubigen in seine Gewalt gebracht. Die Geiselnehmer hatten, bevor sie sich mit Sprengstoffgürteln in die Luft sprengten, erklärt, sie forderten die "Freilassung" von ehemaligen Christinnen, die zum Islam konvertiert seien und jetzt von der koptisch-orthodoxen Kirche in Ägypten festgehalten würden. In Ägypten wurden am Mittwoch zusätzliche Polizisten für die Bewachung von Kirchen eingesetzt.

Christen im Irak werden immer wieder Ziel von Gewalttaten. Ende 2008 wurden bei einer Anschlagsserie 40 Christen getötet. Die nun betroffene Kirche war bereits 2004 zusammen mit weiteren christlichen Einrichtungen in Bagdad Ziel von Angriffen gewesen. Derzeit leben im Irak rund 300.000 Katholiken. Viele Christen flohen nach dem amerikanischen Einmarsch 2003 aus dem Irak.

Forderung nach rascher Regierungsbildung im Irak

Das Land erlebte in den vergangenen Wochen mehrere blutige Anschläge. Am Dienstag gab es in Bagdad eine Serie von Bombenanschlägen in vor allem von Schiiten bewohnten Stadtteilen der Hauptstadt. Dabei kamen nach jüngsten Angaben von Polizei und Krankenhausmitarbeitern 91 Menschen ums Leben.

Die neue Welle der Gewalt löste international Entsetzen aus. Mehrere Regierungen und die Organisation der Islamischen Konferenz verurteilten die Anschläge und appellierten gleichzeitig an die Parteien im Irak, möglichst rasch eine neue Regierung zu bilden.

Wie am Mittwoch bekannt wurde, soll am kommenden Montag die zweite Sitzung des Parlaments seit der Parlamentswahl vom 7. März stattfinden. Wenn das Parlament dann, wie es die Verfassung vorsieht, einen Parlamentspräsidenten wählen sollte, wäre dies der erste praktische Schritt auf dem Weg hin zur Ernennung des neuen Staatspräsidenten und des Regierungschefs.

mmq/dapd
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