Terror im Irak Bush schließt Rückzug aus

Trotz zunehmender Verluste zweifelt George W. Bush nicht an dem Irak-Einsatz. "Der Feind im Irak ist überzeugt, dass Amerika fliehen wird. Deswegen sind sie bereit, unschuldige Zivilisten, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, Soldaten zu töten", sagte er. Der US-Präsident fügte aber hinzu: "Amerika wird niemals fliehen."


"Amerika wird niemals fliehen": George W. Bush
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"Amerika wird niemals fliehen": George W. Bush

Birmingham - "Der Einsatz im Irak ist entscheidend" und die USA würden ihren Krieg gegen den Terror gewinnen. "Wir werden nicht ruhen, wir werden nicht ermüden, bis die Gefahr von Amerika und der Zivilisation abgewendet ist", sagte Bush in einer Rede in Birmingham im US-Bundesstaat Alabama.

Der Abschuss eines Hubschraubers am Wochenende war der folgenschwerste Angriff auf die US-Truppen im Irak seit dem von Bush am 1. Mai erklärten Ende der Hauptkampfhandlungen. 16 US-Soldaten wurden getötet. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld nannte den Sonntag wegen des Abschusses einen "tragischen Tag für Amerika". Seit Beginn des Feldzuges im Irak im März sind mindestens 250 US-Soldaten getötet worden.

16 der 20 bei dem Hubschrauberabschuss verletzten US-Soldaten wurden am Montag zum US-Stützpunkt Ramstein in Deutschland gebracht. Elf von ihnen wurden auf die Intensivstation des Militärkrankenhauses in Landstuhl eingeliefert und fünf normal stationär aufgenommen, wie Krankenhauskommandantin General Rhonda Cornum sagte.

Abschuss des US-Hubschrauber: Verlustreichster Tag
DPA

Abschuss des US-Hubschrauber: Verlustreichster Tag

Der Angriff auf den Hubschrauber bescherte den USA den verlustreichsten Tag seit Beginn des Irak-Krieges. Das Wählervertrauen in die Irak-Politik des Präsidenten hat in den vergangenen Wochen deutlich nachgelassen. Demokratische Politiker, besonders die möglichen Herausforderer Bushs bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr, verstärkten ihre Kritik an der Politik der Regierung. Die USA seien zu diesem Krieg verleitet worden, ohne dass es eine Erfolg versprechende Strategie gegeben habe, erklärte der frühere Nato-Oberbefehlshaber Wesley Clark, der für die Demokraten ins Rennen gehen könnte.

Zwei weitere Kandidaten, der Abgeordnete Dick Gephardt und Senator John Edwards, erklärten, die USA brauchten mehr Hilfe von Freunden. "Wir können das Problem nicht alleine lösen", sagte Gephardt. Bush müsste sich mit den ausländischen Politikern an einen Tisch setzen und "sie mit Respekt behandeln, um die Hilfe zu bekommen, die wir von unseren Freunden erwarten können". Der demokratische Senator Joseph Biden schlug eine Einbeziehung der Nato vor.

Der scheidende Nato-Generalsekretär George Robertson sagte am Montag allerdings, ein Einsatz des Bündnisses im Irak stehe nicht zur Diskussion. "Die Nato ist nicht um Hilfe in Irak gebeten worden", präzisisierte Robertson nach einem Treffen mit Außenminister Joschka Fischer in Berlin. Er verwies auf das Engagement der Nato in Afghanistan. "Wir müssen uns darauf konzentrieren und dort erfolgreich sein." Robertson betonte auch, dass die Allianz im Irak bereits einzelne Mitgliedstaaten wie Polen und Spanien unterstütze.

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