Terror in Algerien Bombe tötet Busfahrer und verletzt Ausländer

Bei einem Bombenanschlag auf einen Bus mit ausländischen Arbeitskräften sind nahe der algerischen Hauptstadt Algier der Busfahrer getötet und neun Insassen verletzt worden. Unter ihnen sind vier Briten, ein Amerikaner, ein Kanadier, zwei Libanesen und ein Algerier.


Algier - Inoffiziellen Informationen zufolge wurde der Sprengsatz ferngezündet, als zwei von Wachleuten begleitete Busse mit Mitarbeitern einer US-Firma vorbeifuhren. In dem Stadtviertel Bouchaoui leben vor allem wohlhabende Algerier, Mitarbeiter ausländischer Ölfirmen und Regierungsvertreter. Das Innenministerium teilte mit, einer der Verletzten müsse stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Bei M'chounech im südalgerischen Kreis Biskra wurden vier
muslimische Untergrundkämpfer von Gendarmen an einem Kontrollpunkt erschossen. Die Terroristen hätten bei einer Ausweiskontrolle das Feuer auf die Gendarmen eröffnet, die sofort zurückgeschossen hätten, hieß es aus Polizeikreisen. Mehrere Schnellfeuergewehre seien sichergestellt worden.

Am 30. Oktober waren bei nahezu zeitgleichen Anschlägen
mutmaßlicher islamistischer Rebellen auf zwei Polizeiwachen drei
Menschen getötet und 24 Menschen verletzt worden. Islamische
Extremisten begannen 1992 eine Revolte, nachdem die vom Militär gestützte Regierung das Ergebnis einer von der radikalen
Islamischen Heilsfront gewonnenen Parlamentswahl für ungültig
erklärt hatte. Während des nachfolgenden Bürgerkrieges kamen
schätzungsweise bis zu 200.000 Menschen ums Leben. In jüngster Vergangenheit ist die Zahl der politisch motivierten Gewalttaten jedoch deutlich zurückgegangen.

kai/dpa/Reuters



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