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15. Dezember 2010, 18:04 Uhr

Terror in Europa

Al-Qaida plant angeblich Anschläge zur Weihnachtszeit

Die irakische Regierung warnt vor möglichen Anschlägen in Europa und den USA zur Weihnachtszeit: Das Terrornetzwerk al-Qaida plane entsprechende Attacken, sagte Innenminister Bolani.

Bagdad - Besteht in Europa und den USA erhöhte Terrorgefahr während der Weihnachtszeit? Die irakische Regierung hat jetzt eine entsprechende Warnung ausgesprochen. Grund seien die Ergebnisse von Vernehmungen gefangener Aufständischer. Demnach plant das Terrornetzwerk al-Qaida für diese Zeit Anschläge im Westen. Auch der missglückte Selbstmordanschlag am vergangenen Wochenende in Stockholm habe zu der geplanten Anschlagsserie gehört, sagte der irakische Innenminister Dschawad al-Bolani der Nachrichtenagentur AP.

Der irakische Außenminister Hoschjar Sebari nannte die mutmaßlichen Anschlagspläne eine "ernstzunehmende Bedrohung". Der Irak habe die internationale Polizeiorganisation Interpol sowie die Behörden in den USA und Europa über die Pläne informiert.

Die Qaida-Filiale im Irak gilt als durch den Tod und die Festnahme wichtiger Anführer extrem geschwächt; sie hat allerdings schon in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass sie Anschläge im Westen als Teil ihrer Strategie betrachtet. Im November 2005 schlug sie in Amman parallel in drei Hotels zu und tötete Dutzende Menschen. 2007 rief sie zur Ermordung des schwedischen Zeichners Lars Vilks auf, dessen Mohammed-Karikatur auch der Selbstmordattentäter von Stockholm als Motiv für seine Tat genannt hatte.

Bisher liegen aber keine konkreten Hinweise darauf vor, dass al-Qaida oder eine Qaida-Filiale hinter der Tat standen. Keine Terrorgruppe hat sich bisher zu dem Anschlag bekannt.

Unklar ist offenbar, von wann die Aussagen der Terroristen stammen - und ob sie die entsprechenden Behauptungen erst aufstellten, nachdem der Anschlag in Stockholm passiert war.

Am Samstag hatten zwei Explosionen die Stockholmer Innenstadt mitten im vorweihnachtlichen Einkaufstrubel erschüttert. Zwei Menschen wurden verletzt, der Attentäter starb. Bei dem Mann handelte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen 28-jährigen irakischstämmigen Schweden. Ob er Unterstützer hatte, wird derzeit untersucht.

hen/yas/dapd

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