Terror in Istanbul Ausländer am Atatürk-Flughafen festgenommen

Die Polizei hat erneut Verdächtige im Zusammenhang mit dem Anschlag in Istanbul festgenommen. Es soll sich um zwei Ausländer handeln, die am Flughafen der Metropole aufgegriffen wurden.

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Am Atatürk-Flughafen in Istanbul sind zwei Ausländer festgenommen worden, die möglicherweise mit dem Attentat in der türkischen Metropole mit 39 Toten in Verbindung stehen. Die Nachrichtenagentur DHA meldete, die Festgenommenen würden verdächtigt, in Kontakt zu dem untergetauchten Angreifer zu stehen. Sie sollen am Eingang von der Metro zum Internationalen Terminal des Flughafens aufgegriffen worden sein.

Die staatliche Agentur Anadolu meldete, die beiden Verdächtigen seien zum Polizeihauptquartier gebracht worden. Die Polizei gab ihre Nationalität nicht bekannt.

Der Hauptverdächtige ist weiter auf der Flucht. Die Behörden hatten am Dienstag neue Aufnahmen des mutmaßlichen Attentäters veröffentlicht, auf denen das Gesicht des Gesuchten klar zu erkennen ist. Außerdem tauchte ein Selfie-Video im Internet auf.

Der Attentäter hatte in der Silvesternacht in dem Klub direkt am Bosporus um sich geschossen und viele seiner Opfer teils mit Kopfschüssen getötet. Die Ermittler gehen dem Sender CNN Türk zufolge davon aus, dass der Attentäter aus Kirgisien kommt. Die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr aus Sicherheitskreisen, der Mann könnte vor dem Anschlag in Syrien ausgebildet worden sein. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte den Angriff für sich reklamiert.

Inzwischen befindet sich die Frau des Verdächtigen in Gewahrsam der Polizei. Beim Verhör mit den Beamten soll sie ausgesagt haben, erst im Fernsehen von dem Anschlag erfahren zu haben. Sie habe auch nicht gewusst, dass ihr Mann IS-Anhänger sein soll.

Nach Informationen der türkischen Zeitung "Hürriyet" flog der mutmaßliche Attentäter am 20. November mit seiner Frau und zwei Kindern nach Istanbul. Zwei Tage später reiste die Familie weiter nach Konya. Dort soll sie ein Apartment für 1100 Türkische Lira gemietet und drei Monate im Voraus bezahlt haben. Der Mann habe angegeben, dass er in Konya Arbeit suche. Am 29. Dezember reiste er offenbar weiter nach Istanbul.

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vks/dpa/AFP/Reuters

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