Kamerun Mindestens fünf Tote bei Selbstmordanschlägen

Im Norden Kameruns sind bei zwei Sprengstoffanschlägen mindestens fünf Menschen getötet worden. Die beiden Attentäterinnen sollen noch im Teenager-Alter gewesen sein.

REUTERS / IntelCenter

Zwei Selbstmordattentäterinnen haben bei einem Doppelanschlag im Norden Kameruns am Samstag mindestens fünf Menschen getötet und zwölf weitere verletzt. Die beiden Frauen, vermutlich Angehörige der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram, sprengten sich in der Ortschaft Dabanga nahe der Grenze zu Nigeria in die Luft, teilte der Gouverneur der Region Hoher Norden, Midjiyawa Bakari, mit. Zwei am Einsatz gegen die Islamistengruppe Boko Haram beteiligte Soldaten seien bei den Anschlägen schwer verletzt worden.

Ein hoher Kameruner Militär sagte der Nachrichtenagentur AP, bei den Attentäterinnen habe es sich um Frauen im Teenager-Alter gehandelt. Sie seien demnach nigerianische Staatsangehörige, die als Flüchtlinge nach Kamerun gekommen seien. Ziel des Anschlags sei ein Laden gewesen, unter den Todesopfern befinden sich der Kameruner Regierung zufolge auch eine Frau und ihre Kinder. Auch im Norden Nigerias hatten sich vor zwei Wochen zwei Teenagerinnen in die Luft gesprengt und mindestens 15 Menschen getötet, eine der Attentäterinnen soll erst elf Jahre alt gewesen sein.

Mindestens 17.000 Tote durch Boko Haram

Bislang hat sich noch niemand zu den Anschlägen vom Samstag im Norden Kameruns bekannt. Vermutet wird aber, dass die Attentäterinnen der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram angehörten. In der Region Hoher Norden hatten sich bereits vor einer Woche vier junge Frauen in die Luft gesprengt. Bei den Anschlägen nahe der Stadt Fotokol wurden fünf Menschen getötet. 2013 war in Dabanga selbst eine französische Familie von Boko-Haram-Kämpfern entführt worden. Die drei Erwachsenen und vier Kinder kamen nach zwei Monaten wieder frei.

Kamerun beteiligt sich an einer regionalen Militärkoalition gegen Boko Haram. Die Terrorgruppe kämpft seit dem Jahr 2009 mit Gewalt für einen islamischen Staat im Norden Nigerias. Dabei wurden mindestens 17.000 Menschen getötet und mehr als 2,5 Millionen aus ihren Häusern vertrieben.

Durch den internationalen Militäreinsatz wurde Boko Haram zwar geschwächt, doch die Islamisten verüben weiterhin Anschläge in Nigeria und den angrenzenden Staaten. So bekannte sich die Extremistengruppe inzwischen zu den Anschlägen im Norden Nigerias, bei denen nach neuesten Angaben mindestens 21 Menschen getötet wurden.

fdi/AFP/AP/Reuters



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