Terror in Mumbai Anklage gegen mutmaßlichen Anschlagsplaner aus Chicago

Der US-Bürger David C. Headley steht unter Verdacht, einen Anschlag auf die dänische Zeitung "Jyllands-Posten" geplant zu haben - jetzt wurde seine Anklage erweitert: Er soll auch an der Vorbereitung der schweren Terroranschläge von Mumbai beteiligt gewesen sein.

Anschlagsziel Taj Hotel: Neue Anklage im Zusammenhang mit den Mumbai-Attentaten
REUTERS

Anschlagsziel Taj Hotel: Neue Anklage im Zusammenhang mit den Mumbai-Attentaten


Washington - Im Zusammenhang mit den Anschlägen von Mumbai hat die US-Justiz Anklage gegen einen Mann aus Chicago erhoben. Dem 49-jährigen David C. Headley werde vorgeworfen, im November 2008 bei der Ermordung von sechs US-Bürgern geholfen und die Tat begünstigt zu haben, teilte das Justizministerium am Montag in Washington mit. Er sei mehrfach in die indische Finanzmetropole gereist und habe Fotos und Videos von einigen der späteren Anschlagsorte aufgenommen. Headleys Anwalt nahm zu dem Bericht nicht Stellung.

Headley wird bereits beschuldigt, Anschläge auf eine dänische Zeitung "Jyllands Posten" geplant zu haben, die Karikaturen des Propheten Mohammed abgedruckt hatte. Die Staatsanwaltschaft erweiterte nun ihre Anklage gegen Headley. Er zeige sich in beiden Punkten kooperativ, hieß es weiter. Insgesamt kamen mehr als 160 Menschen bei den Mumbai-Anschlägen ums Leben. Ende November jährte sich das Datum der Attentatsserie zum ersten Mal.

Zugleich teilte die Staatsanwaltschaft mit, Anklage gegen einen pensionierten pakistanischen Major erhoben zu haben. Abdur Rehman Hashim Syed werde vorgeworfen, an dem Komplott gegen die dänische Zeitung und ihre Angestellten beteiligt gewesen zu sein. Der Pakistaner soll bei der Tatplanung mit Headley zusammengearbeitet haben, gegen den deshalb bereits im Oktober Anklage in den USA erhoben worden war. Sowohl Hashim Syed als auch Headley befinden sich derzeit in den USA in Untersuchungshaft.

Der zuständige US-Bundesanwalt Patrick J. Fitzgerald erklärte, die Fälle seien "ein Beleg dafür, dass die Gefahr durch den Terrorismus wirklich global ist". Der Direktor der Bundespolizei FBI, Robert S. Mueller, kündigte an, dass die Ermittlungen weitergingen und möglicherweise weitere Anklagen erhoben würden.

amz/AP/AFP/Reuters



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