Nigeria Zehnjährige wird zu Selbstmordattentat gezwungen

Im Norden Nigerias hat eine zehnjährige Selbstmordattentäterin mindestens 16 Menschen in den Tod gerissen. Ob die Terrortruppe Boko Haram dahintersteht, ist noch unklar. Vieles deutet aber darauf hin.

Einsatzkräfte in Nigeria (Archiv): Kampf gegen islamistische Gruppe Boko Haram
REUTERS

Einsatzkräfte in Nigeria (Archiv): Kampf gegen islamistische Gruppe Boko Haram


Maiduguri - Eine junge Selbstmordattentäterin hat auf einem Markt im Nordosten Nigerias mindestens 16 Menschen mit in den Tod gerissen. Mindestens 27 weitere Menschen seien bei der Explosion in der Stadt Maiduguri verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher am Samstag.

Erfolge und Rückschläge im Kampf gegen den Terror in Nigeria wechseln sich fast stündlich ab. Erst am Samstagvormittag hatten Streitkräfte gemeldet, sie konnten einen Angriff der Terrorgruppe Boko Haram erfolgreich abwehren. Am Samstagmittag dann die Meldung zum erneuten Selbstmordanschlag im Nordosten Nigerias.

Noch ist unklar, ob die Boko Haram hinter dem Attentat steckt. Doch das Muster deutet auf die Terrorgruppe hin. Die islamistische Rebellengruppe Boko Haram setzt seit dem Sommer immer wieder Frauen und Mädchen als Selbstmordattentäterinnen ein.

Mädchen mit Sprengsatz auf Markt geschickt

Der Sprengsatz sei am Mittag explodiert, als ein rund zehn Jahre altes Mädchen am Zugang zu dem geschäftigen Markt durchsucht wurde, sagte das Bürgerwehr-Mitglied Ashiru Mustapha der Nachrichtenagentur AFP. Vermutlich habe das Kind selbst nicht gewusst, dass es einen Sprengsatz bei sich trug.

Ein Metalldetektor habe angeschlagen, als das Mädchen durchsucht wurde, sagte Mustapha. Ein Augenzeuge berichtete, zwei Mitglieder der Bürgerwehr, die das Mädchen durchsuchten, seien unter den Opfern. Er gehe davon aus, dass die Bombe aus der Entfernung gezündet wurde.

Boko Haram will Gottesstaat

Auf dem selben Markt waren erst Ende November und Anfang Dezember bei Selbstmordanschlägen von zwei Frauen mehr als 55 Menschen getötet worden.

Die sektenartige Gruppe Boko Haram kämpft seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Bei Anschlägen auf Sicherheitskräfte, Behörden, Kirchen und Schulen sowie die einfache Zivilbevölkerung tötete sie seit 2009 mehr als zehntausend Menschen.

Erst vor wenigen Tagen kamen bei einem bislang beispiellosen Terrorakt der Boko-Haram-Terroristen in und um die Stadt Baga mehrere hundert Menschen ums Leben. Amnesty International spricht sogar von 2000 Opfern. Das nigerianische Militär hatte daraufhin eine neue Offensive im Nordosten gestartet, das zu großen Teilen von der islamistischen Rebellengruppe kontrolliert wird.

smh/AFP/Reuters

insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
uherm_ 10.01.2015
1. Bildunterschrift
"Boko Hamas"
sysop 10.01.2015
2.
Zitat von uherm_"Boko Hamas"
Vielen Dank für Ihren Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert, die Redaktion
qawsed 10.01.2015
3. dummes Abschreiben von Agenturmeldungen
Ihre Überschrift und Einleitung hat mich wütend gemacht. Die zehnjährige war sicher keine Attentäterin. Ob ihr bewußt war, wozu sie missbraucht wurde, darf sehr bezweifelt werden. Richtig muss es also heißen: "Zehnjähriges Mädchen offenbar als Bombe missbraucht." Haben Sie darüber gar nicht nachgedacht?
KeineAngstvorWahrheiten 10.01.2015
4.
...und da uns (in der westlichen Welt) diese insgesamt 17 vermutlich unschuldigen Menschen wahrscheinlich keine stundenlangen Sondersendungen wert sein werden, brauchen wir uns auch nicht zu wundern, dass die Umverteilungskämpfe in der Welt den Terror nähren; dessen sollten wir uns einfach bewusst sein.
weltbetrachter 10.01.2015
5. Wahnsinn !!!
Was nur hat man einem 10-jährigen Kind versprochen, damit es so etwas macht ???
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