Terror in Pakistan Mindestens zehn Tote bei Anschlag in Peschawar

Der Attentäter kam mit der Rikscha: Bei einem Selbstmordanschlag im Nordwesten Pakistans sind mindestens zehn Menschen getötet worden. Damit stieg in den vergangenen zwei Monaten die Zahl der Opfer auf rund 400 Menschen.


Islamabad - Anschlagserie im Nordwesten Pakistans: In der Stadt Peschawar riss ein Selbstmordattentäter am Montag vor einem Gericht mindestens zehn Menschen in den Tod. Nach Angaben von Rettungskräften wurden zudem mindestens 50 Menschen verletzt, die Polizei sprach dagegen von 13 Verletzten.

Ein Mann mit einer Rikscha sei vor das Gericht gefahren, berichtete Minister Bashir Bilor. Als dieser versuchte, auf das Gelände zu gelangen, sei er von Sicherheitskräften daran gehindert worden. Daraufhin habe der Mann einen Sprengsatz gezündet, den er am Körper trug. Die Verletzen seien in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Bislang habe sich noch niemand zu dem Anschlag bekannt. Die Behörden machen die radikal-islamische Taliban verantwortlich.

Im Nordwesten des Landes sind in den vergangenen Wochen zahlreiche Anschläge verübt worden. Am vergangenen Freitag waren bei einem Angriff auf eine Moschee der Streitkräfte in der Garnisionsstadt Rawalpindi 40 Menschen getötet worden. Zu den meisten Attentaten bekannte sich die pakistanische Taliban-Organisation Tehreek-e-Taliban. Die Attacken werden als Reaktion auf eine Großoffensive der pakistanischen Armee in dem Gebiet gewertet, seit Mitte Oktober gehen die Soldaten gegen Aufständische vor. Peschawar ist die Hauptstadt der Nordwestprovinz und liegt nahe zur afghanischen Grenze. Bei den Anschlägen sind in den vergangenen zwei Monaten nun schon rund 400 Menschen getötet worden.

wil/dpa/AFP/AP

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eigentlicher_Schwan 04.05.2009
1.
Zitat von sysopImmer näher rücken die Taliban an die Pakistanische Hauptstadt heran und werden zu einer ernsteren Bedrohung für die Regierung. Wie soll sich der Westen verhalten? Was ist generell die richtige Strategie?
Wenn sie das immer tun, muss man damit leben, nicht? Vielleicht sollte die pakistanische Regierung ihre Hauptstadt verlegen?
mauskeu 04.05.2009
2.
Zitat von sysopImmer näher rücken die Taliban an die Pakistanische Hauptstadt heran und werden zu einer ernsteren Bedrohung für die Regierung. Wie soll sich der Westen verhalten? Was ist generell die richtige Strategie?
Ich könnte mir vorstellen, dass die pakistanische Führung das SWAT "freiwillig" aufgegeben hat um jetzt eine bessere Front vor sich zu haben. Jetzt haben die Islamisten eine Heimat in Pakistan anstatt überall verstreut als Guerrillas zu fungieren. Jetzt weiss man besser wo die Feinde sind und die Herrschaft der Taliban wird den Rest besorgen. Wäre vielleicht keine schlechte Strategie.
Justus F. 04.05.2009
3.
Zitat von eigentlicher_SchwanWenn sie das immer tun, muss man damit leben, nicht? Vielleicht sollte die pakistanische Regierung ihre Hauptstadt verlegen?
Genau, nach Berlin. Dann ist unser Kampf sogar gerechtfertigt!
X-Man 04.05.2009
4.
Zitat von mauskeuIch könnte mir vorstellen, dass die pakistanische Führung das SWAT "freiwillig" aufgegeben hat um jetzt eine bessere Front vor sich zu haben. Jetzt haben die Islamisten eine Heimat in Pakistan anstatt überall verstreut als Guerrillas zu fungieren. Jetzt weiss man besser wo die Feinde sind und die Herrschaft der Taliban wird den Rest besorgen. Wäre vielleicht keine schlechte Strategie.
Nettes Gedankenspiel, aber leider Unsinn. Seit dem Rückzug der afghanischen Taliban über die Grenze stand fest dass die FATA die neue Basis der Gotteskrieger sind. Von 2002-2005 entstanden weit über 190 Ausbildungslager in den Stammesgebieten, lokale Milizen verschmolzen durch Allianzen mit Taliban-Elementen, ausländische Gruppen allen voran Al Qaida nisteten sich ein, es entstand eine nicht homogene aber ideologisch eng verstrickte Bewegung deren mächtigster Flügel heute die Tehrik e-Taliban ist. Für die pakistanische Führung war also längst klar welche Gebiete die neue Heimat der Taliban sind, man musste ihnen keinen Spielplatz zur Verfügung stellen. Der Einzug in Swat hat vielmehr damit zutun dass es Kreise des ISI und des Militärs gibt die sich nicht von amerikanischer Seite in die Terror-Bekämpfung hineinquatschen lassen wollen. Sie hegen zum Teil große Sympathie für die Taliban, bieten ihnen mit dem Swat ein Gebiet was sich weit weg von den üblichen Terrornestern Waziristans befindet und somit den Radius der Drohnenangriffe erweitert. Zudem erhofft man sich natürlich dort eine kashmir-nahe islamistische Bastion gegen den allgegenwärtigen Erzfeind Indien.
lupenrein 04.05.2009
5.
Man darf sich über die Ziele der Taliban in Pakistan (und im Dominoeffekt anschliessend Afghanistan) keine Illusionen machen. Die Regierung Pakistans - und indirekt auch Afghanistans - ist in ernster Gefahr. Und auch über einen 'Sieg' über die Taliban , dies besonders als Ausländer (USA usw) darf man sich keine Illusionen machen. Der asymmetrische Kriegsführung der Taliban ist mit normalen militärischen Mitteln (Terrorismus) nur sehr schwer wirksam zu begegnen. Am Beispiel der somalischen Piraten sieht man , wie schwierig es ist, mit militärischen Mitteln in diesem Versteckspiel mitzuhalten. Auch die Taliban führen einen (allerdings ideologischen) 'Versteck-spiel-Krieg' a la David gegen Goliath. Und noch eine Übereinstimmung: beide lassen mit sich nicht über eine Einstellung ihrer terroristischen Kampf nicht verhandeln. Alles in allem eine fatale Situation.
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