Terror in Pakistan Selbstmordattentäter überlebt eigenen Anschlag

Mindestens 42 Menschen wurden bei Selbstmordanschlägen von Taliban getötet. Doch einer der drei Attentäter überlebte. Der 14-Jährige hatte sich vor einem Schrein in die Luft  jagen wollen - aber seine Sprengstoffweste explodierte nicht vollständig.

Überlebender Selbstmordattentäter: "Ich will alle Polizisten in die Hölle schicken",
AP

Überlebender Selbstmordattentäter: "Ich will alle Polizisten in die Hölle schicken",


Multan - Als er von Sicherheitskräften abtransportiert wird, stößt Fida Hussain wilde Flüche aus. "Ich will alle Polizisten in die Hölle schicken", schreit der 14-Jährige, als er in Gewahrsam genommen wird. Zusammen mit zwei anderen Taliban hatte er am Wochenende bei einem Anschlag auf einen muslimischen Schrein in der pakistanischen Stadt Multan in der Provinz Punjab mindestens 42 Menschen getötet und weitere 100 schwer verletzt.

Doch während die sich anderen beiden Selbstmordattentäter bei dem Anschlag während der jährlichen Feier Tausender Gläubiger in die Luft sprengten, überlebte der Jugendliche den von ihm verübten Anschlag: Er wurde verletzt, seine Sprengstoffweste explodierte nicht vollständig. "Lasst mich gehen, ich will ein Märtyrer sein", habe Fida Hussain gerufen als er abgeführt wurde, berichtet der Polizist Khalid Mahmood. Vor dem Anschlag war demnach bereits ein vierter Extremist festgesetzt worden. Ein Talibansprecher bekannte sich in einem Anruf bei der Nachrichtenagentur AP zu der Selbstmordattacke.

Die Explosionen hatten unter den Gläubigen eine Massenpanik ausgelöst. "Es war schrecklich. Wir rannten über Leichen und Blut", berichtete der Augenzeuge Fida Bakhsh. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Freiwillige blutüberströmten Opfern halfen und Rettungswagen zu Krankenhäusern rasten. Unter den Getöteten waren nach Behördenangaben neun Kinder und 14 Frauen.

Der Schrein im Bezirk Dera Ghazi Khan war bereits in der Vergangenheit Ziel von Anschlägen fundamentalistischer islamischer Gruppen.

Stammeschef überlebt Anschlag im Norden

Einen Tag später wurde bereits der nächste Selbstmordanschlag in Pakistan verübt. Er riss bei einem Attentat auf den Anführer einer Stammesmiliz im Nordwesten des Landes mindestens acht Menschen in den Tod gerissen. Der etwa 15-jährige Attentäter sprengte sich nach Angaben der Polizei in einem Autohaus nahe eines Busbahnhofs in der Kleinstadt Jandol in die Luft.

Ziel des Anschlags war offenbar Mohammad Akbar, der Anführer einer örtlichen Stammesmiliz, die von der Regierung zum Kampf gegen die Taliban aufgestellt worden ist. Der 55-Jährige befand sich nach Angaben der Polizei in dem von Familienangehörigen geführten Autohaus zum Teetrinken, als der jugendliche Attentäter seinen Sprengstoffgürtel zur Explosion brachte.

Die Stadt Jandol befindet sich in der Nähe der halbautonomen Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan, die als eine Hochburg des Terrornetzwerks al-Qaida gilt.

als/DAPD/dpa/AFP



insgesamt 25 Beiträge
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Die_Sonne 04.04.2011
1. Ist das nicht Sünde im Koran???
Zitat von sysopMindestens 42 Menschen wurden bei Selbstmordanschlägen von Taliban getötet. Doch einer der drei Attentäter überlebte. Der 14-Jährige hatte sich vor einem Schrein in die Luft* jagen*wollen - aber seine Sprengstoffweste explodierte nicht vollständig. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,754989,00.html
Wie hoch muß der Anteil von Muslimen in einer Gesellschaft sein, um solche Attentäter hervorzubringen??? Gibt es jetzt weltweite Proteste in den muslimischen Ländern gegen solceh Taten? (ähnlich wir bei Karikaturen etc?)
meinefresse 04.04.2011
2. Krank
14- und 15-jährige, die auf Selbstmordbomber getrimmt werden, während die feinen Herren Auftraggeber aus der Ferne zusehen und sich ins Fäustchen lachen. Wie abartig können Menschen sein...?
one, 04.04.2011
3. Sekten
Wie verbittert und voller Selbsthass können Menschen nur sein, um Kinder in solchen Maßen zu manipulieren, sie zu solchen Taten zu verleiten? Dem Jungen wurde eingebläut, ein Märtyrer zu werden - aber wofür, in wessen Namen? Hier spielt doch selbst der "Kampf für den muslimischen Glauben" keine Rolle mehr, dass ist Sektenwesen in Höchstform..
priuskanada 04.04.2011
4. ah gibt bestimmt genug einwohner hier
die ihm asyl gewähren würden um ihm vor dem gefängnis, der todesstrafe oder gar der folter zu bewahren :D .. er hatte bestimmt eine schlimme kindheit und benötigt dringend eine bewährungsstrafe :) ist ja auch noch unter 18 der arme :)
PeteLustig, 04.04.2011
5. .
Zitat von Die_SonneWie hoch muß der Anteil von Muslimen in einer Gesellschaft sein, um solche Attentäter hervorzubringen??? Gibt es jetzt weltweite Proteste in den muslimischen Ländern gegen solceh Taten? (ähnlich wir bei Karikaturen etc?)
Darauf werden Sie lange warten müssen - schließlich traf es lediglich "Ungläubige"...
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