Terror in Pakistan Viele Tote bei Anschlag auf Marktplatz

Die Bombe war in einem Sack Kartoffeln versteckt: Mindestens 16 Menschen wurden durch eine Explosion auf einem Markt in Pakistan getötet. Verantwortlich sind vermutlich Extremisten der Taliban oder des IS.

Der Marktplatz im pakistanischen Quetta nach dem Anschlag
JAMAL TARAQAI/EPA-EFE/REX

Der Marktplatz im pakistanischen Quetta nach dem Anschlag


Schwerer Anschlag in der Stadt Quetta im Südwesten von Pakistan. Bei einer Bombenexplosion auf einem Lebensmittelmarkt kamen mindestens 16 Menschen ums Leben, 30 weitere wurden verletzt. Die Bombe war nach offiziellen Angaben in einem Sack Kartoffeln versteckt.

Die Hälfte der Toten gehört demnach der ethnischen Minderheit der Hazaras an, die immer wieder Ziel von Anschlägen der Taliban und der Terrorgruppe "Islamischer Staat" sind. Bei den anderen Toten handele es sich vor allem um Mitarbeiter des Marktes.

Taliban rufen "Frühjahrsoffensive" aus

In Afghanistan verkündeten die Taliban den Beginn ihrer jährlichen "Frühjahrsoffensive". Die "Operation Fath" (auf deutsch "Sieg") werde in ganz Afghanistan ausgeführt und richte sich gegen die "Besatzung", teilten die Islamisten in einer Erklärung mit.

Der Zivilbevölkerung drohe kein Schaden, die Militärangehörigen sollten sich aber auf ihre Seite schlagen, um ihr Leben und ihre Gesundheit zu schützen. Ziel sei es weiterhin, das Land "von der Belagerung zu befreien und ein islamisches System aufzubauen".

Die "Frühjahrsoffensive" markiert in der Regel den Beginn der sogenannten Kampfsaison in Afghanistan. Allerdings ist die Ankündigung der Taliban eher symbolisch, da die Aufständischen auch in den zurückliegenden Wintern ihren Kampf gegen afghanische und ausländische Sicherheitskräfte fortgesetzt haben.

Ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums bezeichnete die Ankündigung der Taliban als "reine Propaganda". Die Taliban würden ihre Ziele nicht erreichen.

Die Ankündigung der Taliban erfolgte trotz der derzeit laufenden Friedensgespräche. Die US-Regierung führt seit dem Sommer vergangenen Jahres Gespräche mit den Taliban über ein Ende des seit 17 Jahren anhaltenden Konflikts in Afghanistan. Auch gab es bereits Treffen der Taliban mit afghanischen Politikern.

als/Reuters/AFP



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