Web-Diskussion mit Terroristen Al-Qaida lädt zur Twitter-Stunde

Social-Media-Offensive für den Terror: Al-Qaida in Nordafrika will sich an Ostern per Twitter Fragen aus der ganzen Welt stellen. Bisher kommunizierte der derzeit gefährlichste Arm des Netzwerks mit seinen Mitgliedern über Web-Foren. Doch dort tummeln sich inzwischen vor allem westliche Geheimdienste.

Qaida-Kämpfer in Nordafrika auf Internet-Grab: Social-Media-Offensive für den Terror
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Qaida-Kämpfer in Nordafrika auf Internet-Grab: Social-Media-Offensive für den Terror


Hamburg - Al-Qaida in Nordafrika (AQIM) plant eine Social-Media-Offensive. Der Medien-Flügel von der Gruppe hat angekündigt, am Ostermontag zwei Stunden für Fragen zur Verfügung stehen zu wollen auf ihrem frisch gegründeten Twitter-Account. Dies twitterte die Terrororganisation am Samstagabend. Man werde Fragen ausschließlich auf Arabisch und Englisch entgegen nehmen, hieß es weiter.

Al-Qaida in Nordafrika gilt als eine der gefährlichsten Terrororganisationen der Welt. Kämpfer, die sich zu dem Netzwerk zählen, werden hinter den Anschlägen auf das US-Konsulat in Benghazi 2012 vermutet sowie hinter der Geiselnahme von Amenas in Algerien 2013.

Im Norden Malis hatte AQIM mit anderen bewaffneten Bewegungen das malische Militär in die Flucht geschlagen, bis im Januar französische Truppen in dem westafrikanischen Land intervenierten. Seitdem erlitt AQIM dort schwere Verluste. Im Februar wurde Abelhamid Abu Zaid getötet, einer der wichtigsten Befehlshaber des Netzwerkes. Zuvor soll bereits der AQIM-Obere Mokhtar Belmokhtar, auch bekannt als der "Einäugige" getötet worden sein.

Die Social-Media-Offensive scheint Teil eines Umdenkens der internationalen Dschihadisten. Bisher wurde ideologisches Material hauptsächlich über Webforen verbreitet, deren Zugang geschützt war. Diese sind jedoch inzwischen von Geheimdiensten infiltriert.

Auch brechen al-Qaida in den Foren offenbar die Mitglieder weg. Diese scheinen sich lieber auf Facebook und Twitter zu tummeln, hatte der Dschihad-Ideologe Abu Saad al-Amili im Februar gewarnt. Inzwischen haben mehrere bekannte Radikalislamisten sich ein Twitter-Konto zugelegt.

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Atheist_Crusader 31.03.2013
1.
Zitat von sysopAP/dpaSocial-Media-Offensive für den Terror: Al-Qaida in Nordafrika will sich an Ostern per Twitter Fragen aus der ganzen Welt stellen. Bisher kommunizierte der derzeit gefährlichste Arm des Netzwerks mit seinen Mitgliedern über Web-Foren. Doch dort tummeln sich inzwischen vor allem westliche Geheimdienste. http://www.spiegel.de/politik/ausland/terror-netzwerk-al-qaida-in-nordafrika-will-per-twitter-fragen-beantworten-a-891812.html
Seltsamer Gedankengang. Al-Quiada ist doch kein Pizzaservice. Da wechselt man nicht mal eben ohne ideologische Gründe. Wenn denen die Mitglieder weglaufen, dann hab ich ernste Zweifel, dass das irgendwas mit den verwendeten Medien zu tun hat. Eher damit, dass al-Quaida noch weniger einschüchternd ist als die IRA, und nur so oft in die Schlagzeilen gerät, weil man sie regelmäßig zu einer Art UNO des islamischen Terrorismus hochhypet.
jacko2013 31.03.2013
2.
kappt das Internet von denen ab, dann sehen wir wer den längeren Hebel in der Hand hat!
spiegel_affäre 31.03.2013
3. Unglaublich
1. Was ist mit "Boko haram" - alles westliche verboten. Die sind doch Brüder im Geiste. Twitter, Facebook?! Hallo, westliches IT im Erdloch in der Steppe, unglaublich diese Doppelmoral. 2. Wieso um alles in der Welt, erlaubt man es Terroristen, eine FB oder Twitter Account zu erstellen?! Sperren, am besten schon gestern. Wer auf seinen Profilen Thor Steinar und Heß, oder Koransuren die zum Töten aufrufen hat - SPERREN GODDAMNIt!!! Diese IT Kapitalisten wollen nur klicks und Aufmerksamkeit, Macht und Geld und jetzt auch noch dieser Osterprozessionsm**l. Franziskaner Weißbier, bla bla, selbes Zeugs seit 2000 Jahren.
Izmi 31.03.2013
4. Sperre
Nein Frau Salloum! Tun Sie das nicht! Es reicht schon, über den SPON Propaganda für diese "Fragestunde" zu machen! Darüber zu schweigen wäre angebrachter gewesen. Im übrigen hat ein Vor-Forist vollkommen Recht - bei aller Freiheit des Internet: Solche Auftritte gehören gesperrt!
genosse_74 31.03.2013
5. Zum Kotzen!
Zitat von IzmiNein Frau Salloum! Tun Sie das nicht! Es reicht schon, über den SPON Propaganda für diese "Fragestunde" zu machen! Darüber zu schweigen wäre angebrachter gewesen. Im übrigen hat ein Vor-Forist vollkommen Recht - bei aller Freiheit des Internet: Solche Auftritte gehören gesperrt!
Genau DIESE Haltung führt zu immer mehr Gewalt und Hass. Wir sollten MENSCHEN muslimischen Glaubens die Hand reichen. Dialog statt HASS.
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