Terror Neue Anschlagserie vor Iran-Wahl

Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl hat es in Iran erneut mehrere Anschläge gegeben. Bundesaußenminister Joschka Fischer warnte unterdessen vor einer Atommacht Iran.


Teheran - Drei Sprengsätze detonierten nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna in der östlichen Stadt Sahedan zwischen Montagabend und Dienstagmorgen. Dabei gab es mehrere Verletzte. Am Sonntag waren bei einer Reihe von Bombenattentaten 10 Menschen getötet und fast 80 weitere verletzt worden. Die Regierung beschuldigt unter anderem die islamisch-marxistische Gruppierung der Volksmudschahedin und pro-arabische Separatisten, die für Freitag angesetzte Wahl sabotieren zu wollen. Inzwischen wurden sechs Verdächtige festgenommen.

Der scheidende Präsident Mohammed Chatami verurteilte die jüngste Serie von Bombenanschlägen scharf. Diese "blindwütigen Taten" würden die Präsidentenwahl nicht beeinträchtigen, versicherte Chatami.

Bundesaußenminister Fischer warnte unterdessen vor den Konsequenzen einer nuklearen Aufrüstung in Iran. Dies würde eine "neue strategische Situation" auch für Europa bedeuten, sagte Fischer auf dem Sicherheitsforum "Impulse 21". Sollte Teheran ein mögliches Atomwaffenprogramm weiter verfolgen, würde eine nukleare Aufrüstung in der ganzen Region in Gang gesetzt. Dies werde den Nato-Bündnispartner und EU-Beitrittskandidaten Türkei "nicht unberührt" lassen und ein "neues Nachdenken" in Europa auslösen.



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