Terror Pakistan will al-Qaida-Anführer nicht ausliefern

Pakistan will den in der vergangenen Woche gefassten al-Qaida-Anführer Abu Faradsch al-Liby nicht an die USA übergeben. Das Land habe selbst Interesse an dem Terroristen, sagte der Außenminister.


Faradsch al-Liby (vor und nach der Festnahme): Nummer drei von al-Qaida
DPA

Faradsch al-Liby (vor und nach der Festnahme): Nummer drei von al-Qaida

Canberra - "Im Moment befragen wir ihn. Er war an zwei Attentaten auf Präsident Pervez Musharraf beteiligt, daher haben wir ein sehr starkes eigenes Interesses an ihm", sagte der pakistanische Außenminister Khursheed Mahmud Kasuri bei einem Besuch in Australien. "Er ist in Gewahrsam der pakistanischen Regierung, und bis alle Fragen geklärt sind, gibt es keinen Grund ihn an irgendjemand anderen auszuhändigen", sagte Kasuri.

Alle Informationen, die für die US-Sicherheit relevant seien, würden jedoch an die USA weitergegeben, versicherte der Minister. Pakistanische Sicherheitskräfte hatten al-Liby in der vergangenen Woche mit Hilfe des US-Geheimdienstes festgenommen. Als Logistiker der Qaida soll er jahrelang für die Finanzen der Organisation verantwortlich gewesen sein und die Extremisten mit Waffen und Ausrüstung versorgt haben. Die Behörden hoffen, von ihm Hinweise über den Verbleib von Osama Bin Laden und dessen Stellvertreter Aiman al-Sawahiri zu erhalten.

Pakistan gilt als Verbündeter der US-Regierung bei deren Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Pakistanische Sicherheitskräfte haben bereits Hunderte Qaida-Mitglieder getötet oder verhaftet. Die meisten Gefangenen wurden an die USA ausgeliefert.



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