Terror Saudi-Prinz überlebt Mordanschlag im eigenen Büro

Er gab vor, sich stellen zu wollen, dann sprengte sich der gesuchte Extremist im Büro eines saudischen Prinzen in die Luft: Der für die Terrorbekämpfung zuständige Vize-Innenminister Mohammed Bin Naif ist nur knapp einem Mordanschlag entgangen. Der Politiker wurde leicht verletzt.


Riad - Ein Selbstmordattentäter hat in Saudi-Arabien ein Mitglied des Königshauses verletzt, das eine führende Rolle im Antiterrorkampf innehat. Der Mann sprengte sich im Büro von Mohammed Bin Naif in die Luft. Dieser sei bei dem Attentat nur leicht verletzt worden, teilte das saudische Königshaus in Riad mit. Nach dem Attentat habe sich König Abdullah sofort ins Krankenhaus begeben, um nach dem verletzten Prinzen zu sehen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur SPA. Prinz Mohammed, Sohn von Innenminister Prinz Najef, sei inzwischen entlassen worden. Niemand sonst sei ernsthaft verletzt worden.

Der gesuchte Terrorist sei unter dem Vorwand, sich den Behörden stellen zu wollen, am späten Donnerstagabend bei einem Empfang des Prinzen anlässlich des Fastenmonats Ramadan erschienen und habe den in einem Mobiltelefon versteckten Sprengstoff gezündet, heißt es in der Erklärung.

Es ist das erste bekanntgewordene Attentat auf ein Mitglied der Königsfamilie seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA. Danach intensivierte Saudi-Arabien den Kampf gegen den Terrorismus und das Netzwerk Osama Bin Ladens. 15 der 19 Attentäter des 11. Septembers stammten aus dem Königreich - wie Bin Laden auch.

Die saudi-arabische Regierung versucht seit mehreren Jahren durch ein Wiedereingliederungsprogramm Mitglieder von Terrororganisationen zum Aufgeben zu bewegen. Dabei haben sich nach Angaben des saudi-arabischen Innenministeriums schon mehrere Terroristen gestellt. Hunderte Terrorverdächtige seien wieder in die Gesellschaft eingegliedert worden. Zwischen 2003 und 2006 hatten al-Qaida nahestehende Terroristen eine Serie von Anschlägen in Saudi-Arabien verübt.

ffr/dpa/AP/AFP

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