Terror-Video Sprengsätze und eine Schwarze Witwe

Vermummte Terroristen hantieren mit selbstgebastelten Bomben vor Kindern, die verängstigt auf dem Boden hocken: Ein russischer TV-Sender hat ein Video gezeigt, das die Mörder von Beslan in der überfüllten Schul-Turnhalle kurz nach dem Überfall gedreht hatten - ein Dokument des Grauens.


Moskau - Auf dem vom halbstaatlichen russischen Kanal NTW am Dienstagabend gezeigten Film ist zu sehen, wie die Geiselnehmer - vermutlich wenige Stunden nach dem Überfall - inmitten der gefangenen Menschen Sprengfallen in der Halle installieren. Das Video ist nur etwa eine Minute lang.

Es zeigt unter anderem mehrere fußballgroße Bündel, die an einem Basketballkorb und an einem Draht hängen, der quer durch die Turnhalle der Schule gespannt wurde. Offenbar handelte es sich dabei um Sprengfallen.

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Geiseldrama: Bilder aus der Schule von Beslan

Foto: REUTERS/NTV

Einen der Geiselnehmer - in Tarnanzug und mit schwarzer Maske - zeigt der Mitschnitt, wie er mit einem Stiefel auf einem Buch steht. NTW-Angaben zufolge war auch das Buch mit einem Zünder versehen. Auf dem Hallenboden sind rote Streifen zu sehen, möglicherweise von einem blutenden Körper, den die Terroristen dort entlang geschleift hatten.

Es wird auch eine der in schwarz gekleideten Selbstmord-Attentäterinnen gezeigt. Diese "schwarze Witwe" hält einen Sprengsatz und eine Pistole in den Händen. Im Hintergrund ist eine männliche Stimme zu hören, die sagt: "Wartet, bringt die Kinder noch nicht hierher. Wartet, holt sie erst mal alle hier weg." In einer anderen Sequenz sind Geiseln zu sehen, die in einer Warteschlange vor der Toilette stehen.

Die Kamera schwenkt über eine große Menschenmenge in der Halle. Wegen der großen Hitze versuchen sich viele Erleichterung zu verschaffen, in dem sie mit Papier fächeln. Von Panik sei nichts zu spüren, kommentierte NTW die Aufnahmen. Aber in den Gesichtern der Kinder ist die Angst zu erkennen. Der Sender machte keine Angaben, wie er in den Besitz der Aufnahmen kam.

Nach offiziellen Angaben starben in Beslan 335 Geiseln - Kinder, Eltern und Lehrer. Bis Dienstag waren 213 von ihren Angehörigen identifiziert worden. Insgesamt waren bei dem Geiseldrama in der Schule "Nr. 1" in der Kleinstadt 705 Menschen verletzt worden, darunter 307 Kinder. Rund 400 Opfer wurden am Dienstag noch in Krankenhäusern behandelt, davon 222 Kinder.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.