Terror-Vorwurf Interpol sucht Saddam-Tochter Raghad

Interpol unterstützt die Suche der irakischen Behörden nach der ältesten Tochter Saddam Husseins. Raghad Hussein wird beschuldigt, Auftraggeberin von Attentaten im Irak zu sein.


Bagdad - Die internationale Polizeibehörde Interpol veröffentlichte einen "roten Zettel" über die 38-jährige, älteste Tochter des hingerichteten früheren irakischen Diktators Saddam Hussein. Diese Erfassung ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einem internationalen Haftbefehl.

Der Irak wirft Raghad Hussein terroristische Aktivitäten vor. Er bemüht sich seit Juli 2006 um eine Auslieferung Raghads, die seit vier Jahren in Jordanien lebt, sowie der Ehefrau Saddam Husseins, Sajida, die in Katar lebt, um sie juristisch wegen Unterstützung des ehemaligen Regimes zur Verantwortung zu ziehen.

Jordaniens Ministerpräsident Maaruf Bachit hatte im vergangenen Jahr erklärt, Raghad Hussein und ihre Kinder lebten "aus humanitären Gründen" unter dem Schutz der königlichen Familie in Jordanien. Die älteste Tochter hatte ihren Vater, der im Dezember 2006 hingerichtet wurde, mehrfach öffentlich verteidigt und ihn als "Märtyrer" gerühmt.

Raghad und ihre Schwester Rana war 2003 mit neun Kindern über Syrien nach Amman geflohen. Beide waren mit den Brüdern Hussein Kamal al-Madschid und Saddam Kamal al-Madschid verheiratet. Die beiden Schwestern und ihre Ehemänner hatten sich bereits noch zu Saddams Regierungszeit nach Jordanien abgesetzt. Nach ihrer Rückkehr ließ der Despot die Ehen scheiden und die Ehemänner kurzerhand umbringen.

asc/AFP



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