Terror-Vorwurf Israel beschuldigt Uno-Organisation

Mitarbeiter der Uno-Flüchtlingskommission für die Palästinenser (UNRWA) sollen Extremisten geholfen haben. Das behauptet zumindest die israelische Armee in einem Geheimbericht.


Israelische Armee: Uno-Behörde soll palästinensischen Extremisten helfen
REUTERS

Israelische Armee: Uno-Behörde soll palästinensischen Extremisten helfen

Tel Aviv - Wie die Tageszeitung "Maariv" berichtet, werfen israelische Sicherheitskräfte der UNRWA in dem Untersuchungsbericht vor, palästinensischen Extremisten eine "Infrastruktur" für Terroranschläge zu liefern. Auch das Hauptquartier der Uno-Organisation im Flüchtlingslager Dschenin sei von Extremisten für diese Zwecke missbraucht worden. UNRWA-Angestellte sollen Extremisten Unterschlupf gewährt haben. Palästinensische Krankenwagenfahrer hätten in ihren Ambulanzfahrzeugen Munition transportiert und Botschaften für Extremistengruppen überbracht.

Nach der Erschießung des britischen UNRWA-Mitarbeiters Iain Hooks am 22. November durch einen israelischen Soldaten in Dschenin im Westjordanland hatten die Vereinten Nationen die Armee scharf kritisiert.

Die UNRWA verfolge eine "feindselige Politik" gegenüber Israel, heißt es in der Zeitung "Maariv" weiter. Deshalb gewähre die Armee nur ausländischen Mitarbeitern der Organisation Immunität. Gegenwärtig befinden sich Dutzende palästinensische UNRWA-Mitarbeiter ohne Anklage in israelischer Haft.

Rechtsruck in Likud-Partei

Mofas und Scharon: Nur Platz zwölf der Likud-Liste für Scharons Zögling
AP

Mofas und Scharon: Nur Platz zwölf der Likud-Liste für Scharons Zögling

Wenige Wochen vor der vorgezogenen Parlamentswahl in Israel am 28. Januar hat die Likud-Partei von Ministerpräsident Ariel Scharon einen deutlichen Rechtsruck vollzogen. Bei der Nominierung der Kandidaten für ein Abgeordnetenmandat landeten die Anhänger des rechtsgerichteten früheren Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Montagmorgen auf den aussichtsreichsten Listenplätzen. Mehrere prominente Anhänger Scharons mussten sich dagegen mit hinteren Listenplätzen zufrieden geben. Darunter auch der neue Verteidigungsminister Schaul Mofas, ein politischer Zögling Scharons. Er landete nur auf Platz zwölf, abgeschlagen hinter einer Reihe weitgehend namenloser ultrarechter Abgeordneter.

Benjamin Netanjahu: Auf Platz 2 der Likud-Liste
AFP

Benjamin Netanjahu: Auf Platz 2 der Likud-Liste

Hinter Scharon und Netanjahu, die bei der Urwahl für den Parteivorsitz im November auf Platz eins und zwei gewählt wurden, kam der als ultra-rechts eingeschätzte Umweltminister Zachi Hangbi auf den dritten Listenplatz, gefolgt von weiteren rechtsgerichteten Politikern wie Finanzminister Silwan Schalom und Erziehungsministerin Limor Liwnat.

Auch die Mitglieder der oppositionellen Arbeitspartei wählen an diesem Montag ihre Kandidaten für die Knesset.



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