Terror-Warnung der CIA Saddam könnte viele Amerikaner mit sich reißen

CIA-Chef George Tenet zeichnet ein düsteres Bild über mögliche Racheaktionen des irakischen Diktators Saddam Hussein. Kongressabgeordneten schrieb er, sollte sich Saddam in die Enge getrieben fühlen, könnte er "eine große Anzahl von Opfern mit sich nehmen".


CIA-Chef Tenet
AP

CIA-Chef Tenet

Washington - In einem Schreiben des Direktors des US-Geheimdienstes an Kongresspolitiker heißt es, Saddam könnte angesichts eines bevorstehenden amerikanischen Angriffes islamische Extremisten bei einem Anschlag gegen die USA mit Massenvernichtungswaffen ausstatten. Saddam könnte "seine letzte Chance darin sehen, Rache zu üben, indem er eine große Anzahl von Opfern mit sich nimmt."

Tenet erklärte weiter, er halte es für unwahrscheinlich, dass der irakische Regierungschef die USA mit biologischen oder chemischen Waffen angreifen werde. Mit einer Ausnahme: falls sich Saddam in die Enge getrieben fühle. Derzeit halte sich Bagdad mit Terroranschlägen zurück, dies könne sich jedoch schnell ändern.

Weil diese Einschätzung des CIA-Chefs nicht völlig auf Regierungslinie liegt, veröffentlichte er später eine Erklärung, in der er betont, dass es in der Beurteilung dieser Frage keine Differenzen mit Präsident George W. Bush gebe. Bush hatte schon am Vortag von derartigen irakischen Angriffsplänen berichtet.

Tenet wiederholte die Einschätzung der US-Regierung, dass es seit sechs Jahren Verbindungen zwischen dem Terrornetzwerk al-Qaida und dem Irak gebe. Die CIA verfüge über "glaubwürdige Informationen", dass al-Qaida-Führer den Kontakt mit dem Irak gesucht hätten. Der Irak habe diese in der Herstellung von Gift und Gasen und im Bau von Bomben beraten. Al-Qaida-Mitglieder befänden sich noch im Irak.



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