Terror-Warnung in Kabul Deutsche Soldaten in erhöhter Alarmbereitschaft

Wegen einer Terror-Warnung ist das Bundeswehr-Kontingent in der afghanischen Hauptstadt Kabul in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums teilte mit, man habe Informationen über eine verstärkte Bedrohung erhalten.




Die Gefahr für die deutschen Soldaten in Kabul wächst
DPA

Die Gefahr für die deutschen Soldaten in Kabul wächst

Berlin - Der Sprecher erklärte in Berlin, die Soldaten seien vor einem erhöhten Risiko terroristischer Anschläge gewarnt worden. In den vergangenen Tagen habe man Informationen allgemeiner Art über die zunehmende Bedrohung erhalten. Diese Informationen beträfen aber keine bestimmten Ziele oder Zeiträume.

Die "Bild"-Zeitung berichtet, die Soldaten seien auf Grund von Geheimdienstinformationen des Bundesnachrichtendienst (BND) gewarnt worden. Es bestehe "Anlass zu großer Sorge auch um die deutschen Soldaten", teilte der BND laut dem Blatt der Parlamentarischen Kontrollkommission (PKK) für die Geheimdienste mit. Zumindest die an die Öffentlichkeit gelangte Information des Geheimdienstes pfeifen die Spatzen bereits von den Dächern: Als Drahtzieher möglicher Anschläge gelte der ehemalige afghanische Ministerpräsident und Milizenführer Gulbuddin Hekmatjar.

Eine BND-Sprecherin betonte in München, der Nachrichtendienst informiere die Bundesregierung laufend über die Situation in Afghanistan. Es sei bekannt, dass sich dort die Sicherheitslage in jüngster Zeit allgemein verschärft habe. Davon seien auch deutsche Soldaten betroffen.

Offiziell bezeichnet die Bundesregierung die Sicherheitslage in Afghanistan nur als "instabil". An dieser Einschätzung habe auch der jüngste Bombenanschlag in Kandahar mit 18 Toten zunächst nichts geändert, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. Die Sicherheitsvorkehrungen würden ständig entsprechend der Lage angepasst.

Der jüngste Anschlag - sollte es sich nicht um einen Unfall gehandelt haben - ereignete sich nur zehn Tage vor der Übernahme des Kommandos über die internationale Afghanistan-Schutztruppe Isaf durch Deutschland und den Niederlanden. Vom 10. Februar an werden diese beiden Staaten die 5000 Soldaten starke Truppe anführen. Zum Kommandowechsel will Verteidigungsminister Peter Struck nach Kabul fliegen.



© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.