Terror-Warnung "Kein Zweifel, dass al Qaida nach der Atombombe strebt"

Bin Ladens Terrortruppe al Qaida bemüht sich nach Erkenntnissen des britischen Außenministeriums, in den Besitz einer Atombombe zu kommen. "Wir wissen, dass es solche Bestrebungen gibt", zitiert der "Guardian" einen hochrangigen Mitarbeiter der Behörde.

London - Die Briten hätten "jede Menge Geschwätz" über den Erwerb von Massenvernichtungswaffen auf islamistischen Websites gefunden, berichtet die Zeitung "Guardian" unter Berufung auf einen hochrangigen Mitarbeiter des Außenministeriums. Es bestehe "kein Zweifel", dass al-Qaida nach der Atombombe strebe. "Wir wissen, dass es das Bestreben gibt. Wir wissen, dass es Bemühungen gibt, die Materialien zu bekommen. Wir wissen, dass es Bemühungen gibt, die Technologie zu bekommen".

Bislang sei die Terrororganisation aber noch nicht im Besitz von Nuklearmaterial und Technologie für atomare Anschläge in westlichen Ländern. Zwar wurde vor drei Jahren der internationale Atomschmuggler-Ring um den Vater der pakistanischen Atombombe Abdul Quadir Khan zerschlagen. Aber möglicherweise gibt es noch andere illegale Organisationen, die Nuklearmaterial anbieten.

Die Chefin des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5, Eliza Manningham-Buller, hatte in der vergangenen Woche gewarnt, künftige Terroranschläge könnten mit Massenvernichtungswaffen verübt werden. Es seien bereits mindestens 30 Anschlagspläne auf Großbritannien bekannt.

In der vergangenen Woche war der britische al-Qaida-Kämpfer Dhiren Barot in London zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte Bombenanschläge auf die New Yorker Börse und verschiedene Ziele in Großbritannien geplant - unter anderem mit einer "schmutzigen Bombe", also radioaktiven Sprengsätzen. Für Al-Qaida- und Dschihad-Kämpfer sei es ein "Triumph", wenn es zu solchen Nuklearangriffen komme, wird ein hoher Mitarbeiter des britischen Außenministeriums zitiert.

In Großbritannien herrschen verschärfte Sicherheitsvorkehrungen, seit vier islamistische Attentäter im Juli 2005 bei Anschlägen in London 52 Menschen mit in den Tod rissen.

als/AFP mit Material aus dem "Guardian"

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